Immoeast soll mit neuem Chef feuerfest werden

21. November 2008, 17:49
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Zehetner kommt, Kleibl bleibt Immofinanz-Chef, Thornton geht - Constantia will nur Kerngeschäft behalten

Wien - Es war nicht der Wunsch der Banken, sondern von Immofinanz-Großaktionär Rudolf Fries, dass Ex-RHI-Finanzvorstand Eduard Zehetner Vorstandssprecher der Immoeast wird. Zugleich wird er auch Finanzvorstand der Immofinanz. Thomas Kleibl, der seit Oktber beide Unternehmen geleitet hat, bleibt Vorstandssprecher der Immofinanz und scheidet bei der Immoeast aus.

Zusammen mit Andreas Meier hatte Zehetner ab 2001 den Feuerfestkonzern RHI saniert, nachdem dieser nach Asbest-Klagen in den USA an den Rand der Pleite geschlittert war. In einer Aussendung bezeichnet Kleibl Zehetner als "idealen Kandidaten für die Restrukturierung des Konzerns" . Kleibl und Zehetner sollen "so schnell wie möglich Synergien in beiden Unternehmen heben".

Der bisherige Finanzvorstand der Immofinanz-Gruppe, Christian Thornton, scheidet "einvernehmlich" aus demUnternehmen aus.

"Grenze zwischen Immofinanz und CPB ziehen"

Unklar ist nach wie vor, wie es mit den Managementverträgen zwischen der Immofinanz-Gruppe und der Constantia Privatbank (CPB) weitergeht. Die Verträge liegen noch bei der Bank. Die Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA muss einen eventuellen Verkauf absegnen. Die Immofinanz hat ja selbst keine Mitarbeiter, die sind alle in der CPB angestellt. CPB-Aufsichtsratschef Walter Knirsch sagte zum STANDARD, bis 12. Dezember solle die Sache geklärt sein. Der derzeitige Zustand sei "nicht ideal". Ziel müsse es sein, eine Grenze zwischen Immofinanz und CPB zu ziehen. Zudem will sich die Bank von allen nicht zum Kerngeschäft zählenden Sparten trennen. Allen voran von den Vorsorgewohnungen. Die CPB ist größter Anbieter in Wien, über 4000 solcher Wohnungen wurden bisher von der CPB konzipiert und verkauft.

Offen ist auch die Zukunft der IMV, des größten Hausverwalters Österreichs. Die IMVgehört zu 90 Prozent der CPB, zehn Prozent hält Geschäftsführer Wolfgang Macho. Laut einem KPMG-Gutachten vom Frühjahr ist die IMV 35 Mio. Euro wert - was Marktteilnehmer bezweifeln. Zudem geht es um die Zukunft des größten heimischen Maklers, CPB Immobilientreuhand. Sie gehört zu 49 Prozent der CPB, zu 51 Prozent der niederländischen Constantia Packaging B.V. Die Gesellschaft sucht derzeit auch einen Käufer für die Arsenal-Wohnungen, die die CPB Investor Fries um 75 Mio. Euro abkaufen musste.

Sachverhaltsdarstellung

Zum Managementvertrag gibt es seit Juli eine Sachverhaltsdarstellung. Eingebracht hat sie Anwalt Gerhard Rettenbacher, der institutionelle Investoren vertritt; es geht um die Ablöse der Verträge. Diese sind im Frühjahr 2007 ausgelaufen - wurden damals um zehn Jahre verlängert, obwohl Analysten und Investoren schon dafür plädierten, dass die Verträge an die Immo-Gesellschaften gehen sollten.

"Rund ein drei Viertel Jahr später war dann alles anders" , sagt Rettenbacher und meint die Entscheidung der nächsten Hauptversammlung: Die Aktionäre (ein großer Teil durch die Depotbank CPB vertreten) beschlossen doch die Ablöse der gerade erst verlängerten Verträge. Ursprünglich war dafür rund 800 Mio. Euro geplant gewesen, dann einigte man sich auf 440 Mio. und zuletzt auf 340 Mio. Euro. Rettenbacher: "Das ist nicht nachvollziehbar. Wir gehen auch davon aus, dass die FMA die Ablöse der Verträge nicht genehmigen wird." (Claudia Ruff, Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22./23.11.2008)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Eduard Zehetner managt die Immoeast.

     

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