"Robin Hood" wehrt sich mit Ryanair gegen AUA-Deal

21. November 2008, 11:03
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Eine Staatshilfe bei Verkauf an die Lufthansa soll verhindert werden, Vorstöße gibt es auf regionaler Ebene und bei EU-Kommission

Graz - Das steirische Regionalluftfahrtunternehmen Robin Hood Aviation will gemeinsam mit der Ryanair gegen den möglichen Verkauf der AUA an die Lufthansa vorgehen. Wie der Geschäftsführer der Airline, Georg Pommer, am Freitag erklärte, werde man alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um die Staatshilfe bzw. eine Schuldenübernahme zu verhindern. Eine allfällige Genehmigung durch die Kommission in Brüssel werde man anfechten.

Die angepeilte Vorgehensweise stehe im krassen Gegensatz zu den Beihilfe-Richtlinien der Europäischen Kommission, meinte Pommer. Er halte es für einen "absurden und gänzlich unverständlichen Prozess", dass ein Verkäufer für einen Verkauf selbst zahle und die öffentliche Hand herhalten müsse, "ein ohnedies schon bestehendes Monopol" auch noch subventioniere.

Pommer hat auch bei der Landespolitik um Unterstützung ersucht: Man möge dafür sorgen, dass der regionale Luftverkehr gesichert und nicht durch ein "übermächtiges Monopol" gefährdet werde. Mangels Alternativen würden bei einer Allianz von AUA, Lufthansa und Swiss die Flugtarife über kurz oder lang von diesem diktiert werden. Leitragende wären alle in Graz tätigen Unternehmen und auch der Tourismus, so Pommer. Verkehr würde verstärkt nach Wien abfließen, die Standortqualität von Graz leiden.

"Wir bereiten uns gerade auch auf einen Ausbau der Businessstrecken und den Einsatz weiterer Flugzeuge vor. Diese Zielsetzung, für die bereits Investitionen und Ausbildungskosten getätigt wurden, wird durch die Möglichkeiten des von uns mitfinanzierten Monopols extrem erschwert", erklärte Pommer. "Robin Hood" als einziges verbliebenes unabhängiges Regionalflugunternehmen in Österreich, das internationale Tagesrandstrecken anbiete (Graz nach Zürich und Stuttgart), komme so "extrem unter Druck, da durch die Kleinheit des Unternehmens Gegenmaßnahmen schwer bis unmöglich sind".

Der 2005 gegründete regionale Carrier fliegt seit 2007 und beschäftigt 35 Mitarbeiter. Nach eigenen Angaben könne man als kostenschlankes Unternehmen - die Personalkosten lägen bei etwa der Hälfte der großen Airlines, eingesetzt würden sparsame Fluggeräte - im Businessbereich noch durchwegs günstigere Tarife anbieten als die größere Konkurrenz. (APA)

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