Saakaschwili fordert Aktionsplan für NATO-Mitgliedschaft

20. November 2008, 14:41
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Präsident fordert zudem Partnerschaftsabkommen mit EU - Kritik an Russland: Fast ein Fünftel des georgischen Territoriums besetzt

München - Der georgische Präsident Michail Saakaschwili fordert von der NATO einen Fahrplan für die Aufnahme Georgiens in die Allianz. Saakaschwili warnte am Donnerstag in München vor den Konsequenzen, wenn die NATO Georgien einen solchen Aktionsplan für die Mitgliedschaft verweigere.

Bei seinem ersten Deutschland-Besuch nach dem Kaukasus-Krieg kritisierte Saakaschwili erneut Russland, das fast ein Fünftel des georgischen Territoriums besetzt halte. Eine halbe Million Georgier könnten nicht in ihre Häuser zurück. "Georgien keinen Aktionsplan für die Mitgliedschaft anzubieten, würde das falsche Signal an die falschen Leute senden", sagte Saakaschwili.

Der georgische Präsident forderte gleichzeitig ein Partnerschaftsabkommen mit der Europäischen Union. "Georgiens Platz ist in Europa", sagte er. Das Land habe eine europäische Vergangenheit und europäische Hoffnungen.

Beziehungen zu Russland verbessern

Saakaschwili betonte aber auch das Interesse an besseren Beziehungen zu Russland. Die Krise in Georgien sei "eine Krise der gesamten Region", die auch Russland schade. "Ich glaube nicht, dass irgendjemand bei der Lage wohl ist." Saakaschwili bestritt, dass die russische Minderheit in Georgien drangsaliert werde: "Es gibt keine Animositäten."

Offizieller Anlass der Reise Saakaschwilis war die Eröffnung eines georgischen Honorarkonsulats in der bayerischen Landeshauptstadt. Honorarkonsul ist der Unternehmer Claus Hipp, ein Produzent für Babynahrung, der seit zehn Jahren in Georgien als Kunstprofessor tätig ist. Bei einem Treffen mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer vereinbarte Saakaschwili die Entsendung einer bayerischen Wirtschaftsdelegation nach Georgien im kommenden Jahr. (APA/dpa)

 

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