Starker Trend zu Vaginalverschönerungen

20. November 2008, 13:40
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Konferenz "Der gemachte Körper" kommende Woche - Laut Gallup-Umfrage können sich 25 Prozent Eingriff vorstellen - Extrem-Trend Vaginalverschönerung

Wien - Immer mehr Menschen lassen sich für ihre "Schönheit" operieren: Laut einer Gallup-Umfrage haben bereits acht Prozent der Österreicherinnen über 14 Jahren einen kosmetischen Eingriff hinter sich. "25 Prozent können es sich vorstellen, sich einer Operation zu unterziehen", so die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely am Donnerstag bei einer Pressekonferenz anlässlich der Konferenz "Der gemachte Körper" kommende Woche in der Bundeshauptstadt.

413 Frauen befragt

Die repräsentative Umfrage wurde im Oktober unter 413 Frauen durchgeführt. "Die Hitliste der Eingriffe führen Faltenbehandlungen (28 Prozent) und Gesichtsstraffungen (26 Prozent) an", führte die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte Beate Wimmer-Puchinger aus. Auf den folgenden Plätzen: Nasenkorrekturen (18 Prozent), Fettabsaugungen (16 Prozent) und Brustkorrekturen (15 Prozent).

"Durchschnittliche Zufriedenheit"

"Dabei ist die durchschnittliche Zufriedenheit mittelträchtig", so Wimmer-Puchinger. Elf Prozent der Befragten, die bereits einen Eingriff durchführen haben lassen, sind "sehr unzufrieden" und nur zehn Prozent gaben an, "sehr zufrieden" zu sein. 77 Prozent der Frauen treten für eine Altersuntergrenze bei kosmetischen Eingriffen ein; unter den Unter-30-Jährigen sind es 86 Prozent. Fast die Hälfte der Frauen (46 Prozent) geben an, von Darstellungen in Medien beeinflusst zu sein. Je 28 Prozent fühlen sich vom Partner bzw. durch den Vergleich mit Freundinnen beeinflusst, elf Prozent von der Mutter und acht Prozent vom Vater.

"Mädchenhafte Vagina"

"Das Herumgeschnitzel am Körper macht an der äußeren Hülle nicht mehr Halt", meinte Wimmer-Puchinger. Immer mehr Frauen würden dem weltweit zunehmenden Trend von Vaginalverschönerungen folgen und sich eine "jüngere, aufgeplusterte, mädchenhaftere Vagina" wünschen. Ein Trend aus Russland: Für möglichst lange Beine lassen sich vorwiegend junge Frauen die Unterschenkelknochen brechen und in langwierigen Prozessen verlängern, so Ilona Kickbusch vom Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz. Auch würden sich immer mehr junge Männer unter das Messer legen: In Deutschland und Österreich sind bereits rund 15 Prozent der schönheitschirurgischen Klienten Männer.

Alle Gesellschaftsschichten

Es sei also durchaus kein Thema mehr nur für z. B. Reiche oder KünstlerInnen, sondern ziehe sich quer durch die Gesellschaftsschichten, erklärte Wehsely. Dabei würden die Betroffenen ihr Glück vom vermeintlich perfekten Körper abhängig machen und davon ausgehen, "dass damit auch soziale Probleme gelöst werden". Die Erfahrungen von der vor zehn Jahren in Wien initiierten kostenlosen Essstörungshotline würden zeigen, dass die Anrufer nicht nur immer jünger werden, sondern auch die Vorstellungen des eigenen Körpers irrationaler würden: "Da rufen Mädchen an mit Kleidergröße 36, die sich zu fett finden." (APA)

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    grafik: gfx
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