Post-Gipfel zur drohenden Schließungswelle

18. November 2008, 22:29
posten

Ab 10.30 Uhr "Runder Tisch" im Finanzministerium - Postler drohen mit Streik zu Weihnachten

Wien - Ab 10.30 Uhr findet heute, Mittwoch, im Finanzministerium ein hochrangig besetzter "Runder Tisch" zur Lage der Post nach dem Bekanntwerden der jüngsten Schließungspläne statt. Als Teilnehmer an dem von Finanzminister Wilhelm Molterer (ÖVP) initiierten "Postgipfel" werden auch SP-Chef Verkehrsminister Werner Faymann, ÖIAG-Alleinvorstand Peter Michaelis, die fünf Post-Vorstände, der Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz Herbert Sausgruber (ÖVP), Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer (ÖVP), Städtebund-Vizepräsident Heinz Schaden (SPÖ), sowie die beiden Postgewerkschafter Gerhard Fritz (FSG) und Manfred Wiedner (FCG) erwartet.

Molterer hat Gipfel vorgeschlagen

Auslöser für den "Post-Gipfel" ist ein bekanntgewordenes Strategiepapier, wonach bei der Post bis zum Jahr 2015 bis zu 9.000 Beschäftigte abgebaut und 1.000 Filialen abgegeben werden könnten. Mittelfristig werde sich die Post von 65 Prozent ihrer Ämter trennen, erklärte Post-Chef Anton Wais. Molterer hatte nach einem Kompetenz-Wirrwarr den Gipfel vorgeschlagen, weil es nicht akzeptabel sei, die Post wie eine heiße Kartoffel hin- und herzuschieben.

Faymann: Universaldienstverordnung

Ausgerechnet zu Weihnachten steuert die Post wegen der Sparpläne auf einen Streik zu. Die Post-Gewerkschaften haben bereits die Vorbereitung von Kampfmaßnahmen beschlossen. Nach wie vor offen ist auch, wie das von Faymann verordnete Postämter-Schließungsverbot aussieht. Faymann hat weiters angekündigt, in einer neuen Universaldienstverordnung auch von den Mitbewerbern der Post zu verlangen, dass sie die Lasten mittragen. Sie sollen sich nach dem Beginn der Voll-Liberalisierung ab 2011 nicht nur in den Ballungsgebieten "die Rosinen herauspicken" können. (APA)

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