Zwei europäische Dokus haben Oscar-Chancen

18. November 2008, 12:30
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"Encounters at the End of the World" von Werner Herzog und "Man on Wire" von James Marsh auf der fünfzehn Titel umfassenden Longlist

Los Angeles - Zwei europäische Filmemacher dürfen sich bereits konkretere Oscar-Hoffnungen machen. Die Dokumentarfilme "Encounters at the End of the World" vom Deutschen Werner Herzog und "Man on Wire" vom Briten James Marsh befinden sich auf der fünfzehn Titel umfassenden Longlist, die die US-amerikanische Filmakademie vorausgewählt hat.

Wie das Oscar-Gremium in Los Angeles mitteilte, hatten sich 94 Filme für eine Nominierung in der Sparte "Bester Dokumentarfilm" qualifiziert. Ein österreichischer Film war nicht darunter. Aus dem Pool wurden 15 Filme ausgewählt, von denen fünf am 22. Jänner für die Endrunde nominiert werden. Die Vergabe der Filmtrophäen geht dann am 22. Februar zum 81. Mal über die Bühne.

In der Konkurrenz

Herzog porträtiert in "Encounters at the End of the World" das Leben und die Arbeit von Forschern, die in der Antarktis leben. Marsh widmet sich in "Man on Wire" dem traumwandlerischen Seiltanz-Abenteuer von Philippe Petit zwischen den Türmen des World Trade Centers. Unter den US-amerikanischen Oscar-Mitbewerbern ist ein Film über die Folgen von Hurrikan "Katrina" ("Trouble the Water"), über Bandenkriege in Los Angeles ("Made in America"), über die Ermordung einer Nonne in Brasilien ("They Killed Sister Dorothy") und über die Todesstrafe in den USA ("At the Death House Door").

Der amerikanische Oscar-Preisträger Errol Morris ist mit "S.O.P. Standard Operating Procedure" über Missbrauch und Folter im Gefängnis von Abu Ghraib im Irak vertreten. Gute Chancen werden auch "I.O.U.S.A." eingeräumt, der sich kurz vor Ausbruch der Finanzkrise kritisch mit dem US-amerikanischen Schuldensystem auseinandersetzte. (APA/dpa)

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