Das aktuelle Buch: Castro hat es immer schon gewusst

17. November 2008, 17:14
8 Postings

"Fidel Castro – Mein Leben" von Ignacio Ramonet

Alte Ideen werden plötzlich wieder aktuell. Der Welt sei nach 1945 eine Ordnung "voller Frieden" versprochen worden, sagte Fidel Castro seinem Interviewer Ignacio Ramonet. Angekündigt habe man geringere Unterschiede zwischen Arm und Reich und dass die entwickelten Länder den weniger entwickelten Ländern helfen würden. All das habe sich "als enorme Falschheit erwiesen. Sie haben uns eine Weltordnung aufgedrängt, die sich weder halten kann noch zu ertragen ist."

Castros Kapitalismuskritik, mit neuen Elementen wie Energie- und Umweltbewusstsein angereichert, passt perfekt zu den Ideen seines Interviewers Ramonet, des langjährigen Chefs von Le Monde diplomatique, der die globalisierungskritische Bewegung "Attac" initiiert hat.

Im Buch, dessen deutschsprachige Ausgabe kürzlich in Wien präsentiert wurde, liefert der umstrittene Staatsmann, der in Kuba ein halbes Jahrhundert allein den Ton angab, ein Selbstporträt. Er überstand eine Krise, die 1962 die Welt an den Rand des Atomkrieges führte und überlebte neun US-Präsidenten, bis er 2008 seine Funktionen an Bruder Raúl abgab. Ihm rät er, unbeirrt bei seiner Idee von Sozialismus zu bleiben. (Erhard Stackl/DER STANDARD, Printausgabe, 18.11.2008)

 

Ignacio Ramonet: Fidel Castro – Mein Leben. Rotbuch, Berlin 2008, Euro 30,80

Share if you care.