Notsparen

16. November 2008, 18:13
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Die Wirtschaft anzukurbeln ist nicht so einfach

Wollen wir die Wirtschaft retten, müssen wir sie ankurbeln, heißt es. Doch das sagt sich so leicht. Kredite wären zwar günstig wie schon lange nicht, aber weite Teile der Bevölkerung sind erst einmal (und oft ein Leben lang) damit beschäftigt, die ungünstigen zurückzuzahlen. Und kauft man ein Auto, weil man es kaufen will oder weil der Kredit günstig ist?

Als Beleidigung für die finanzielle Intelligenz der Menschheit erweist sich nach und nach die Sache mit den Aktien. Derzeit (da sie spottbillig sind) wird uns dringend abgeraten, welche zu kaufen. Haben sie sich erholt und sind sie wieder teuer - vielleicht erleben wir es ja noch -, rät man uns, einzusteigen. Damit wir auch beim nächsten Absturz voll im Geschäft sind.

Also zurück zum Sparbuch? Das wiegt wenigstens, was es hat. Hier der Beweis: 2004 hat Oma Ilse M. für ihre Enkelkinder 100 Euro eingezahlt. Am Weltspartag 2008 ließ sie die Zinsen nachtragen. Erfreulich: Das Geld hat gearbeitet. Allerdings hat es sich dabei keinen Haxen ausgerissen. Der Zinsgewinn nach vier Jahren betrug - 0,67 Euro. Aber für den kleinen Sparer, die Witzfigur des Bankenunwesens, reicht das allemal. (Daniel Glattauer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.11.2008)

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