Geplanter Einschlag: Indiens "Chandrayaan-1" ließ Bodensonde abstürzen

14. November 2008, 18:11
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Die "Moon Impact Probe" soll Daten über den lunaren Boden liefern - während des Absturzes machte sie die ersten Nahaufnahmen

Neu Delhi - Bei Indiens erster Mondsonde läuft weiterhin alles nach Plan: Nach einem kontrollierten 25-minütigen Absturz sei am Freitagabend die sogenannte Moon Impact Probe (MIP) auf dem Erdtrabanten aufgeschlagen, teilte die Indische Weltraumforschungsorganisation (ISRO) mit. Die kleine, 35 Kilogramm schwere Sonde mit den Ausmaßen eines Computermonitors hat während des Absturzes beim Shackleton-Krater am Südpol des Mondes Nahaufnahmen vom Erdtrabanten gemacht. Das an der Seite mit den indischen Landesfarben bemalte Gerät soll außerdem Daten über den Mondboden sammeln, die bei der Vorbereitung einer späteren Mondlandung helfen sollen.

Zum Mond wurde die MIP mit der Sonde "Chandrayaan-1" (Sanskrit für "Mondfahrzeug") gebracht, der ersten indischen Mondmission. "Chandrayaan-1" war am 22. Oktober vom südindischen Weltraumbahnhof Satish Dhawan nördlich der Stadt Madras gestartet. Die unbemannte Mission verlief ohne größere Zwischenfälle. Sie soll mit umgerechnet 64 Millionen Euro Kosten die bisher billigste Mondmission werden. Die 1.380 Kilogramm schwere Sonde soll den Mond zwei Jahre lang in 100 Kilometern Höhe umkreisen und unter anderem nach Wasser suchen. An Bord sind elf Messinstrumente aus Indien, den USA und Europa.

Vor Indien schickten bereits die USA, die UdSSR, Japan, China und Europa Sonden zum Erdtrabanten. "Chandrayaan-1" ist der erste Schritt des ambitionierten indischen Mondprogrammes. Für 2012 ist in Kooperation mit Russland der Start von "Chandrayaan-2" geplant. Dann soll ein unbemanntes Raumschiff landen und ein Mondfahrzeug den Erdtrabanten näher erkunden. Indien startete 1975 seinen ersten Satelliten. 1984 flog Rakesh Sharma bei einer Mission der UdSSR als erster Inder ins All. (APA/dpa/red)

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