"Salzburg unter Adriaanses Niveau"

23. November 2008, 12:23
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Johan Derksen, Chefredakteur des niederländischen Fachmagazins "Voetbal International", findet, sein Landsmann hätte einen echten Spitzenklub verdient

Wien - Johan Derksen, Chefredakteur des niederländischen Fachmagazins "Voetbal International", beantwortet in seiner Videorubrik "Lieber Johan" regelmäßig Leseranfragen. Bei der Konsumation der  Ausgabe vom Donnerstag wurde der österreichische Lauscher dann hellhörig, denn man kam auch auf Salzburg-Coach Co Adriaanse zu sprechen.

Ein Herr aus Amersfoort wollte wissen, ob der Experte denn seine Meinung teilt, dass Adriaanse einmal Kandidat für das Amt des niederländischen Bondscoaches werden könnte. Immerhin wäre das doch einer, dessen Mannschaften immer attraktiven Fußball bieten.

Derksen ließ daraufhin eine veritable Lobeshymne auf Adriaanse los. Es sei außerordentlich schade, dass ein Mann seiner Klasse nicht mehr in Holland arbeitet. Abgesehen von seinen fachlichen Qualitäten, sei Adriaanse auch auf dem medialen Parkett gewandt (dies ein Widerspruch zu diesbezüglichen Auffassungen einiger hiesiger Blätter). Und nicht zuletzt seien enthusiastische Reaktionen von Spielern auf die Arbeit ihres Chefs aktenkundig. Adriaanse hat in Holland unter anderem Willem II Tilburg, Ajax Amsterdam (zunächst den Nachwuchs, dann auch die Profimannschaft) oder AZ Alkmaar trainiert.

Salzburg kein Topklub

Im Herbst seiner Karriere wolle der 61-Jährige aber eben noch einmal ordentlich Geld verdienen - und unter diesem Aspekt ist ein Gang in die Fremde unvermeidlich. Allerdings findet Derksen, dass er - wenn schon Ausland - dort einen Topklub verdient hätte. Und das sei Red Bull Salzburg - "mit allem Respekt" - sicher nicht. Eigentlich, so Derksen, "ist das unter seinem Niveau. Da hätte ich es schon lieber gesehen, wenn Adriaanse zumindest einen niederländischen Spitzenklub übernommen hätte.

Aber vielleicht sei da auch der Ruf des Schwierigen, der Adriaanse vorauseilt, ein Hindernis gewesen. Funktionäre würden deshalb zweimal nachdenken, ehe sie ihn engagieren. Doch eigentlich sie Adriaanse eine "Garantie für Erfolg". Das Schwierige müsse dann eben in Kauf genommen werden. Derksen hofft jedenfalls, dass Adriaanse irgenwann doch noch einen Job in seinem Heimatland annehmen wird - wenn auch vielleicht nicht den des Teamchefs. Denn es gibt keinen Grund, den erst kürzlich angestellten Bert van Marwijk zu ersetzen, der die Nationalmannschaft bisher erfolgreich führt.  (Michael Robausch, derStandard.at - 14.11. 2008)

 

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    Adriaanse in Salzburg unter seinem Niveau?

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