Koenig & Bauer streicht rund 80 Jobs in Mödling und Ternitz

14. November 2008, 11:24
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35 bis 40 Arbeitsplätze sollen in den nächsten Monaten abgebaut werden, 40 Leiharbeiter "freigesetzt". Die deutsche Mutter sieht 130 heimische Stellen in Gefahr

Wien - Der börsenotierte deutsche Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (KBA) streicht rund 80 Jobs in Österreich. In den kommenden Monaten werden an den Standorten Maria Enzersdorf bei Mödling und Ternitz 35 bis 40 Arbeitsplätze abgebaut und alle 40 Leiharbeiter "freigesetzt", so Wolfgang Schischek, Vorstand der KBA-Mödling AG, am Freitag auf APA-Anfrage. Die endgültige Entscheidung über die Kündigungen sei noch nicht gefallen, der Betriebsrat sei informiert. Laut dem deutschen Mutterkonzern sind 130 heimische Arbeitsplätze in Gefahr, das Unternehmen erwartet heuer einen hohen zweistelligen Millionenverlust.

Von den insgesamt rund 8.100 KBA-Beschäftigten arbeiten etwa 700 Personen in Maria Enzersdorf und 100 in Ternitz. Bei dem Stellenabbau handle es sich um "Konjunktur- und Strukturanpassungen", so Schischek. Betroffen seien Mitarbeiter "über die gesamte Betriebsstruktur" hinweg. Der Marketing-Direktor der Koenig & Bauer AG in Deutschland, Klaus Schmidt, sprach  von 130 Arbeitsplätzen in Österreich, die "theoretisch in Diskussion" seien.

Die "gute Nachricht" sei, dass es zu keiner Verlagerung von Druckmaschinen in Maria Enzersdorf komme, so Schmidt. Dort würden Bogenoffset-Maschinen für das Hauptwerk in Radebeul (Deutschland) gefertigt. Schischek will versuchen, die notwendigen "Anpassungen" durch Fremdaufträge abzufedern. Außerdem denkt er daran, ausgelagerte Fertigungen nach Österreich zurückzuholen. Optimistisch ist Schischek auch für den Chromsektor in Ternitz. Es sollen Firmen gefunden werden, die ihre Produkte bei KBA verchromen lassen.

Gewinneinbruch

Wie bei der Konkurrenz leide momentan auch bei KBA das Bogenoffset-Programm, so Schischek. Der Bereich Wertpapier-Druckmaschinen, der etwa 40 bis 45 Prozent des Umsatzes in Mödling ausmache, laufe hingegen gut. Auf diesem Sektor will KBA noch wachsen.

Die deutsche Mutter rechnet nach mit einem Gewinneinbruch in den ersten neun Monaten mit einem hohen Verlust im Gesamtjahr, teilte das Unternehmen laut Reuters und dpa am Freitag mit. Infolge der Finanzkrise sei gleich eine ganze Reihe von Aufträgen, die KBA bei der Düsseldorfer Fachmesse drupa Ende Mai erhalten hatte, aufgrund von Finanzierungsproblemen verschoben oder storniert worden. Das Konzernergebnis vor Steuern werde "im höheren zweistelligen Millionenbereich" negativ sein. Der Umsatz werde auf etwa 1,5 (Vorjahr: 1,7) Mrd. Euro zurückgehen.

Von Jänner bis Ende September brach der Gewinn vor Steuern von 38 Mio. Euro im Vorjahr auf 3,6 Mio. Euro ein. Der Umsatz schrumpfte um elf Prozent auf 1,075 Mrd. Euro. Zum Ertrag habe allein der Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen beigetragen. In Mödling sei Bilanz für das dritte Quartal sowie für die ersten neun Monate positiv, so Schischek. Für das Gesamtjahr gab er keine Prognose ab. (APA)

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