Was zufrieden macht: Fernsehen eher nicht

13. November 2008, 18:36
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Zeitunglesen eher ja, so die Datenauswertung von US-Forschern - zumindest in den USA sind glückliche Menschen gesellschaftlich aktiver

Heidelberg - Wer will in grauen Novembertagen wie diesen nicht wissen, was glücklich macht? Die US-Psychologen John Robinson und Steven Martin von der University of Maryland gingen der Frage sehr systematisch nach: indem sie nämlich die Daten des General Social Survey (GSS) zwischen 1975 und 2006 (immerhin mit nahezu 30.000 erwachsenen US-Amerikanern) auswerteten.

Dabei zeigte sich, dass - zumindest in den USA - glückliche Menschen gesellschaftlich aktiver waren, sich häufiger in der Kirche engagierten, ihr Wahlrecht häufiger wahrnahmen - und mehr Zeitung lasen. Im Gegensatz dazu sahen unglückliche Menschen in ihrer Freizeit erheblich mehr fern, was einigen früheren Untersuchungen widerspricht, wie die beiden Autoren in der Dezember-Ausgabe des Fachblatts Social Indicators Research berichten.

Nur kurzfristiges Vergnügen

"Diese widersprüchlichen Daten legen den Schluss nahe, dass Fernsehen den Zuschauern zwar kurzfristig Vergnügen bereitet, langfristig aber zu Unzufriedenheit führt", so Studienautor Robinson.

Im Schnitt sehen unglückliche Menschen 20 Prozent mehr fern als sehr glückliche - unabhängig von Bildung, Einkommen, Alter und anderen demografischen Faktoren. Unklar bleibt, ob Zufriedenheit zu geringerem Fernsehkonsum oder größerer Fernsehkonsum zu Unzufriedenheit führt: In Anbetracht der Zeit, die US-Amerikaner vor dem Fernseher verbringen (die Hälfte ihrer Freizeit), gibt es noch viel Erklärungsbedarf. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14. November 2008)

Abstract
Social Indicators Research: What Do Happy People Do?

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