Maier: "Ich gebe sicher nicht auf"

13. November 2008, 14:46
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Der Herminator hatte seine Kreuzschmerzen quasi der Grippe in die Schuhe geschoben. Nun stellte sich heraus, dass er seit einem Monat an einem Riss in einer Bandscheibe leidet.

Wien/Salzburg - Hermann Maier (35) hat eine gewisse Routine, was Comebacks betrifft. Nun steht das nächste bevor. Wann es stattfindet, ist offen. Eine MRI-Untersuchung hat am Donnerstag den Grund für die Kreuzschmerzen, die ihn seit 13. Oktober, seit einem Training in Sölden, quälen, zutage gefördert. Der berühmteste aller Flachauer erlitt damals, ohne zu stürzen, eine Stauchung, die einen vier Millimeter langen Querriss in der Bandscheibe zwischen viertem und fünftem Lendenwirbel zur Folge hatte. Zunächst klagte Maier über eine hartnäckige Grippe. Gleich nach dem Riesenslalom in Sölden, der ihm völlig misslang, begab er sich zwecks Erholung für sechs Tage nach Ägypten.

Maier wurde die Grippe los, hatte zwar noch Kreuzschmerzen, hielt diese aber für Nachwirkungen der Grippe. Einen Konditionskurs und das Training im Stubaital musste er absagen. Vergangenen Montag reiste er aber doch hoffnungsfroh zum Speedtraining nach Sölden und musste es nach einer Einheit wieder sein lassen.

"Ich kann derzeit nicht einmal an leichtes Training denken, hab' sogar beim Spazierengehen Schmerzen", sagt Maier. "Aber ich gebe sicher nicht auf." Vielmehr begibt er sich in Behandlung. "Ich werde alles unternehmen, um so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu kommen." Eine Operation ist nicht notwendig. Und bei Medikamenten hat ein Spitzensportler eine viel kleinere Auswahl als der gemeine Mensch.

Am kommenden Dienstag fliegt die schnelle Abteilung des ÖSV-Teams nach Sun Peaks, Kanada, und bereitet sich auf die Abfahrt und den Super-G vor, die Ende November in Lake Louise stattfinden. Maier wird kurzfristig entscheiden, ob er mitfährt, gegenwärtig sieht es diesbezüglich nicht gut aus. "Ich muss mir jetzt die Zeit nehmen, um wieder dorthin zu kommen, wo ich schon einmal war." Maier meint damit nicht die großen Zeiten, er denkt ans Sommertraining in Chile, wo er, was nicht nur er selber sagt, so schnell war wie schon lange nicht. "An den Start gehe ich erst, wenn ich wirklich fit bin, also vielleicht erst im Dezember." Vom 4. bis 7. stehen die Rennen in Beaver Creek an. Gut möglich, dass die Amerika-Rennen ohne Hermann Maier stattfinden. Die europäische Abfahrtsaison beginnt am 16. Dezember mit dem ersten Training in Gröden. (Benno Zelsacher, DER STANDARD Printausgabe 14.11.2008)

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    Hermann Maier ist, wie schon so oft, von seinem Comeback überzeugt.

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