Regierungstruppen auf der Flucht

13. November 2008, 12:40
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Rebellen setzen Vormarsch fort und stehen laut eigenen Angaben vor den Toren der strategisch wichtigen Stadt Kanyabayonga

Kinshasa - Die Tutsi-Rebellen des abtrünnigen Generals Laurent Nkunda haben im Osten der Demokratischen Republik Kongo ihren Vormarsch fortgesetzt. Sie stünden jetzt vor den Toren der strategisch wichtigen Stadt Kanyabayonga, hieß es am Donnerstag übereinstimmend aus mehreren Quellen. Wenn die Rebellen die Stadt einnähmen, könnten sie damit den Zugang zum Norden der umkämpften Provinz Nord-Kivu blockieren.

"Wir stehen kurz vor dem Einzug in Kanyabayonga", sagte Bertrand Bisimwa, Sprecher der Rebellen des Nationalkongresses zur Volksverteidigung (CNDP) der Nachrichtenagentur AFP in einem Telefongespräch. Der Vormarsch gehe fast kampflos vonstatten, denn die kongolesischen Regierungstruppen seien vor den Rebellen auf der Flucht. "Die Lage ist ruhig", sagte Bisimwa.

Rebellen plünderten Provinzhauptstadt

Am Mittwochabend hätten die Rebellen noch mindestens zehn Kilometer südlich von Kanyabayonga gestanden, verlautete aus unabhängigen Kreisen. Demnach brachten sie unter anderem das Dorf Mirangi unter ihre Kontrolle, die letzte Ortschaft vor Kanyabayonga.
Rebellensprecher Bisimwa zufolge beherrscht die CNDP inzwischen auch Nyanzale, Kikuku, Kibirizi und Rwindi.

In Kanyabayonga, das rund 100 Kilometer Provinzhauptstadt Goma entfernt liegt, hatten die kongolesischen Truppen zu Wochenbeginn heftig geplündert. Die Stadt gilt als wichtiger Zugang zu Handelszentren und Hochburgen der mächtigen Nande-Volksgruppe im Norden der Provinz Nord-Kivu.

Ex-General Nkundas Rebellenarmee ist etwa 6.000 Mann stark. Bei den jüngsten Kämpfen im Osten des Kongo geht es um ethnische Konflikte und die Kontrolle von Rohstoff-Einnahmen. (APA)

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    Regierungssoldaten suchen Schutz vor dem Regen.

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