Mayr Melnhof leidet unter Karten-Division

13. November 2008, 08:46
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Netto-Ergebnis ging in drei Quartalen um knapp 15 Prozent zurück - Stillstände zu Jahreswechsel

Wien  - Der börsenotierte Kartonhersteller Mayr Melnhof (MM) hat im dritten Quartal an schlechteren Margen und Unterauslastungen in seiner Karton-Division gelitten, die Sparte Verpackung blieb "stabil". In den ersten neun Monaten 2008 verzeichnete der Konzern mit Sitz in steirischen Frohnleiten mit 1,34 (1,29) Mrd. Euro einen um 3,6 Prozent gestiegenen Jahresumsatz. Das Nettoergebnis in der Periode fiel um 14,7 Prozent auf 78,4 (91,9) Mio. Euro, teilte MM am Donnerstag  mit. Das Unternehmen plant für den Dezember "umfangreiche temporäre Abestellmaßnahmen".

Dividende

Die Ausschüttung einer Dividende für das laufende Geschäftsjahr wurde bekräftigt. Das Betriebsergebnis belief sich auf 110,9 (132,2) Mio. Euro. Das ist ein Minus von mehr als 16 Prozent.

"Vor dem Hintergrund einer erwarteten Deflation planen unsere Kunden extrem kurzfristig und volatil", beklagt sich MM. Deshalb sei auch heute noch keine Ergebniseinschätzung für das Gesamtjahr möglich. "Saisonbedingt rechnen wir im vierten Quartal jedenfalls mit einem niedrigeren Ordereingang als in den Vorquartalen", so das Unternehmen in seinem Ausblick. Für die anstehende weitere konjunkturelle Abkühlung stehe "die Sicherung unseres Vermögens sowie die Fortsetzung des Wachstumskurses im Vordergrund."

Während bei MM Packaging durch Mehrumsatz und Produktivitätssteigerungen in den vergangenen Monaten eine "Stabilisierung des Ergebnisses" erreicht werden konnte, "war dies bei MM Karton vor allem aufgrund von Stillstandskosten im dritten Quartal und gestiegener Energiepreise nicht möglich." Im dritten Quartal sei die Kartondivision zu lediglich 86 Prozent ausgelastet gewesen und damit deutlich unter dem Wert der Vorjahresquartale gelegen.

Die Entspannung bei den Altpapierpreisen, dem wichtigsten Rohstoff, setzte sich "nur sehr langsam fort". Eine Trendwende bei den Altpapier- und Energiepreisen werde es zu Jahreswechsel freilich geben. Dies "könnte den Ergebniseffekt einer weiteren Verschärfung der Nachfragesituation vorübergehend abfedern."

MM schließt Akquisitionen mit dem Ziel, Neugeschäft zu gewinnen nicht aus, betont aber: Der "Fokus unserer Investitionen bleibt auf Kostensenkungsmaßnahmen sowie Wachstum in neuen Märkten am Rande Europas gerichtet." (APA)

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