Kruzifixstreit geht weiter: Auch Diskussion um Politiker-Fotos

12. November 2008, 16:21
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Pühringer: Ausweitung der religiösen Bildung überlegen - Dobusch kann sich Entfernung von Porträts vorstellen - FPÖ-Chef Weinzinger: Vorschlag nicht ernst zu nehmen

Linz - Der Streit um Kruzifixe in Linzer Kinderbetreuungseinrichtungen geht weiter: Landeshauptmann Josef Pühringer hat sich am Mittwoch in die Debatte eingeschaltet und erklärt, dass es ihm vielmehr um eine sinnvolle Ausweitung der religiösen Bildung und Werteerziehung gehe als um die Frage: "Wie bringen wir die Kreuze aus dem Kindergarten?" Bürgermeister Franz Dobusch kann sich vorstellen, Politiker-Fotos in Schulen entfernen zu lassen.

"Oba mit Pühringer und Dobusch. Kein Problem", sagte das Stadtoberhaupt im Gespräch mit den "Oberösterreichischen Nachrichten". "Meine Eitelkeit ist sehr endenwollend", so auch der Landeshauptmann im Gespräch mit der APA. Er betonte aber gleichzeitig, dass er einen Vergleich zwischen den Kreuzen als Zeichen der Erlösung und Porträts von auf Zeit gewählten Politikern als "pietätlos" ablehne. "Ich würde mein Bild nie auf die Ebene des Kruzifixes stellen." Im Streit um Kreuze in Kindergärten, Krabbelstuben und Horten steht Pühringer "voll hinter" der Linzer ÖVP. "Schließlich ist dieses Land durch all die Jahrhunderte vom Christentum geprägt worden."

Faschingsbeginn?

Der Vorschlag des Bürgermeisters, Politiker-Bilder abzuhängen, sei wohl auf den Faschingsbeginn gestern, Dienstag, zurückzuführen und nicht ernst zu nehmen, erklärte FPÖ-Landesparteiobmann Lutz Weinzinger in einer Presseaussendung. "Dobusch vermischt hier eindeutig Äpfel mit Birnen." Sowohl Landeshauptmann als auch Bürgermeister sollten als erkennbare Personen für ihre Verantwortung einstehen. Die FPÖ bleibe dabei, wonach die abendländisch-christlich geprägte Gesellschaft in Österreich erhalten bleiben muss, so Weinzinger zur Kreuzdiskussion.

Ende Oktober war zwischen ÖVP und SPÖ in Linz ein heftiger Streit um Kruzifixe in Kindergärten, Krabbelstuben und Horten entbrannt. Die Volkspartei ortet ein "Kreuzzeichen-Verbot" in den städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen und warf den Sozialdemokraten einen "Anti-Religionskurs" vor. Dobusch will den Verfassungsgerichtshof einschalten. Es gehe um die grundsätzliche Frage der Trennung von Kirche und Staat, so der Bürgermeister. (APA)

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