ESA möchte Geld für Mars-Bodenfahrzeug und Erdbeobachtung

10. November 2008, 14:12
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Zuständige Minister werden Ende des Monats den Etat für die kommenden fünf Jahre beschließen

Paris - Die Europäische Raumfahrtorganisation ESA möchte unter anderem stärker in das Marsfahrzeug ExoMars, die Klimaforschung, einen Raumfrachter und die Sicherheit im All - Stichwort Weltraumschrott - investieren. Dafür hat der ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain am Montag einen Haushalt in der Größenordnung von zehn Milliarden Euro vorgeschlagen. Er hoffe auf ein Budget über neun Milliarden, sagte er in Paris. Die zuständigen Minister der Mitgliedsländer kommen am 25. und 26. November zusammen, um den Etat für die kommenden fünf Jahre zu beschließen.

Mit dem Beitritt Tschechiens umfasst die ESA 18 Staaten - dank weiterer mitteleuropäischer Länder könnten es bald 25 sein, sagte Dourdain. Beobachtern zufolge löse Deutschland möglicherweise Frankreich bald als größten Beitragszahler ab. Dordain dringt auf Kontinuität der Finanzierung: Viele Programme seien eher auf zehn als auf zwei Jahre ausgelegt. Die Forschung - von der Nutzung der Raumstation ISS über die Erhebung von Klimadaten bis zu ExoMars - mache 2,1 bis 2,2 Milliarden Euro aus. Dazu kämen Dienste für Kunden wie die Erdbeobachtung (GMES-Programm) sowie die Wettbewerbsfähigkeit und Weltraumsicherheit.

Projekt ExoMars

Die ESA habe den Start des Rovers ExoMars von November 2013 auf Jänner 2016 verschoben, um mehr Zeit für die Entwicklung zu haben, sagte Dourdain. ExoMars soll den Marsboden noch in zwei Metern Tiefe erkunden. Zu dem 1,2 Milliarden Euro teuren Projekt sollen die USA das System zur Kommunikation beisteuern. Eine Kürzung des Programms lehnte Dourdain ab. Wenn man Experimente beschneide, gäben die dahinter stehenden Staaten meist weniger Geld, das Finanzierungsproblem bleibe, sagte er.

Probleme bereitet der ESA die Zunahme des Weltraumschrotts, der zu Korrekturen von Satellitenbahnen zwingt. "Wir sind blind", sagte Dourdain. Die Europäer könnten nur Objekte von mehr als zehn Metern Durchmesser erfassen und seien daher auf fremde Hilfe angewiesen. Das soll sich ändern. Außerdem möchte die ESA das "Weltallwetter" mehr beobachten, weil Sonnenstürme Satelliten gefährden können.

Bemannte Raumflüge haben für die ESA keine Priorität. Bis 2010 wolle man aber 30 Millionen Euro in die Definition von Projekten investieren. Vor größeren Ausgaben müsse man wissen, ob die Nutzung der Raumstation 2015 auslaufe. Die ESA möchte aber - in Kooperation mit Russland - einen Raumfrachter entwickeln, der Material zurück zur Erde bringen kann. Auch an ein Mondlandegerät wird gedacht, und außerdem soll die Trägerrakete Ariane-5 ECA weiterentwickelt werden. (APA/dpa/red)

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