Jüdisches Filmfestival 2008 auf vier Schwerpunkte konzentriert

7. November 2008, 16:25
posten

Jiddisches Kino, Otto Tausig-Tribute, Palästina-Fokus sowie zwei Stummfilmabende mit Live-Musik auf dem Programm

Wien - Zum 16. Mal kann heuer in Wien ein Überblick über das jüdische Filmschaffen gewonnen werden, die einstige "Filmwoche" wurde im Vorjahr zum "Filmfestival" umbenannt. Ab kommenden Donnerstag (13.11.) bis 27. November stehen 35 Lang- und mehrere Kurzfilme am Programm, als zentrale Spielstätte fungiert erneut das Metro Kino; daneben werden auch das Votivkino und das De France Kino bespielt. Inhaltlich liegt ein Schwerpunkt am Jiddischen Kino, dem Schauspieler Otto Tausig ist ein Tribute gewidmet. Dazu kommen ein Palästina-Fokus sowie zwei Stummfilmabende mit Live-Musik, die im Nestroyhof begangen werden.

Auch wenn man 2008 mit einer Menge finanzieller Restriktionen zu kämpfen gehabt habe, wollte man nicht zuletzt im 60. Jubiläumsjahr der Staatsgründung Israels das Festival unbedingt veranstalten, schreiben die Organisatoren Monika und Frederic-Gerard Kaczek im Programmkatalog. Herausgekommen sind eine Reduktion der gezeigten Filme und eine Konzentration auf vier Schwerpunkte. Als Programm-Partner steht das Filmarchiv Austria in der ersten Reihe, dieses hatte schon im Mai eine umfangreiche Retrospektive dem Israelischen Kino gewidmet.

Kooperation mit KlezMore-Festival

Nun geht man im Rahmen des Festivals mehr in die Tiefe, eine umfangreiche Werkschau mit Filmen der Regisseure und Produzenten Sidney M. Goldin und Joseph Seiden ist erstmals in Österreich zu sehen. Neben der Retrospektive über die beiden Pioniere ist das Filmarchiv auch am Special mit der polnisch-jiddischen Gruppe The Jazzish Quintet und den Stummfilm-Abenden im Nestroyhof beteiligt. Letztere finden in Kooperation mit dem KlezMore-Festival am 22. und 23. November mit Live-Musikbegleitung statt.

Ein Tribute des Festivals ist dem "wunderbaren Menschen und Menschendarsteller" Otto Tausig gewidmet. Tausig wurde am 13. Februar 1922 in Wien geboren, rettete sich 1939 mit einem "Kindertransport" nach Großbritannien und kehrte 1946 nach Wien zurück, wo er am Reinhardt-Seminar Schauspiel studierte. Seit 1948 steht Tausig im Burgtheater und in zahlreichen anderen Theatern auf der Bühne, nebenbei spielte er in zahlreichen Filmen, die unter dem Titel "Emigration und Rückkehr" beim Festival zu sehen sein werden.

Als letzter Schwerpunkt unter dem Titel "We too have no other land" stehen Werke palästinensischer Filmschaffender am Programm, die sich mit der Geschichte und Gegenwart Palästinas und Israels sowie Themen wie Identität, Religion und Grenzen auseinandersetzen. Im "regulären" Programm mit neuen Produktionen jüdischer Filmemacherinnen und Filmemacher finden sich schließlich auch zahlreiche Premieren internationaler und österreichischer Spiel- und Dokumentarfilme, etwa "Der Weg nach Mekka - Die Reise des Muhammad Asad" von Georg Misch oder "Auf der anderen Seite des Lebens" von Greta Jamkojian. (APA)

Share if you care.