Israel fordert von Obama hartes Vorgehen gegen Teheran

7. November 2008, 15:22
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Abbas drängt Obama zu rascher Fortsetzung des Nahost-Friedensprozesses

Jerusalem/Ramallah/Tel Aviv - Von mehreren Seiten aus dem Nahen Osten werden Forderungen an den künftigen US-Präsidenten Barack Obama herangetragen: Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak rief die USA am Freitag auf, einen möglichen Militäreinsatz gegen das iranische Atomprogramm auch künftig nicht auszuschließen. Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas appellierte an Obama, sich so rasch wie möglich persönlich in den israelisch-palästinensischen Friedensprozess einzuschalten.

Es dürfe keine Zeit vergeudet werden, sagte Abbas am Freitag nach einem Gespräch mit US-Außenministerin Condoleezza Rice in Ramallah. Rice appellierte im Gegenzug an Israel und die Palästinenser, in der Übergangszeit von einem zum nächsten US-Präsidenten ihren Dialog fortzusetzen.

Nach den Worten von Rice ist in dem einjährigen Friedensprozess seit der Konferenz von Annapolis (Maryland) die "Entfernung bis zu einem Frieden kleiner geworden". Ein Frieden sei aber noch nicht erreicht worden. Zuvor hatte Rice zum Auftakt ihrer achten Nahost-Reise innerhalb eines Jahres erstmals öffentlich eingeräumt, dass der Abschluss eines Friedensvertrages bis Jahresende nicht mehr wahrscheinlich sei.

Israels Verteidigungsminister Barak sagte zum Iran und seinem umstrittenen Atomprogramm in Richtung Obama: "Wir schließen keine Möglichkeit aus. Wir empfehlen anderen, ebenfalls keine Option aufzugeben." Dies sagte Barak bei einem Treffen mit Rice am Freitag in Jerusalem. Israel sei überzeugt, dass der Iran weiterhin nach Atomwaffen strebe und die Welt über seine wahren Absichten täusche.

Obama hatte sich im Wahlkampf anders als der scheidende US-Präsident George W. Bush für Gespräche mit Teheran ausgesprochen. Teheran und Washington unterhalten seit 29 Jahren keine diplomatischen Beziehungen mehr. Bush zählte das Land zur "Achse des Bösen" und schloss einen Militäreinsatz gegen den Iran wegen seines umstrittenen Atomprogramms nicht aus. (APA/dpa)

 

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