"Herr Klar hat eine positive Entwicklung durchgemacht"

9. November 2008, 15:24
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Anstaltsleiter äußert sich positiv über ehemaliges RAF-Mitglied - Entscheidung über Freilassung in den nächsten Wochen

Stuttgart - Der Leiter der Justizvollzugsanstalt Bruchsal, Thomas Müller, hat sich positiv über seinen wohl prominentesten Häftling Christian Klar geäußert. Über eine mögliche Freilassung des ehemaligen RAF-Terroristen Anfang Jänner soll in den kommenden Wochen entschieden werden. Der mittlerweile 56-Jährige wurde 1985 wegen neunfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Später wurde die Mindestverbüßungsdauer auf 26 Jahre festgelegt, so dass Klar frühestens am 3. Jänner 2009 freikommen kann.

Wie JVA-Leiter Thomas Müller der "Bild am Sonntag" sagte, hatte der Ex-Terrorist seit dem Frühjahr 14 mal Ausgang, teilweise in Begleitung einer Bezugsperson, aber auch allein. "Er verließ morgens die JVA und kam am späten Nachmittag zurück", berichtete der Anstaltsleiter.

"Herr Klar hat eine positive Entwicklung durchgemacht, ist ruhiger und ausgeglichener geworden. Er wirkt zurzeit aber angespannt und hofft, frühzeitig freizukommen. Er muss lernen, sich in dieser modernen Welt zurechtzufinden", wird Müller weiter zitiert. Das ehemalige RAF-Mitglied arbeitete nach seinen Angaben jahrelang in der Gefängniswäscherei und in der Korbflechterei für einen Stundenlohn bis zu zwei Euro. "Von seinem Verdienst kaufte er sich private Dinge wie einen Fernseher", sagte Müller. Klar habe in der Haftzeit regelmäßig Tischtennis gespielt und einen Computerkurs belegt.

Am Freitag hatten eine Sprecherin des Oberlandesgerichts Stuttgart und der Anwalt des Exterroristen erklärt, dass es bereits eine Anhörung über die möglicherweise bevorstehende Freilassung gegeben habe. Anwalt Heinz-Jürgen Schneider erklärte, ein Gutachten über die Perspektiven seines Klienten sei positiv ausgefallen. (APA)

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