GAK deklassiert Sturm

3. März 2003, 10:54
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Die "Roten Teufel" fügten Sturm Graz eine bittere 5:0-Niederlage im Derby zu - Torhüter Heinz Weber einmal mehr mit einem totalen Blackout

Graz – Der GAK hat am Sonntag zum Abschluss der 23. Runde der Fußball-T-Mobile-Bundesliga im 113. Grazer Stadt-Derby Sturm Graz sensationell 5:0 (2:0) deklassiert. Die Truppe von Trainer Walter Schachner schickte den Erzrivalen mit Treffern von Brunmayr (9. und 82. Minute), Pötscher (19.), Kollmann (74.) und Naumoski (91.) nach Hause und machte weiteres Terrain im Kampf um einen internationalen Startplatz gut.

Höchster Sieg seit 45 Jahren

Gleichzeitig sicherte sich der GAK auch die Führung in der ewigen Meisterschafts-Derby-Bilanz, die "Roten" haben nämlich nun 38 und die "Schwarzen" lediglich 37 Siege auf dem Konto. Es war der höchste Sieg der Athletiker in einem Oberhaus-Derby gegen den Stadtrivalen seit dem 6:1 in der Saison 1957/58.

GAK schon auf Rang drei

Der GAK schaffte mit diesem historischen Triumph in der Tabelle den Sprung auf Rang vier und liegt nur noch einen Zähler hinter der drittplatzierten Sturm-Elf. Trainer Schachner kann somit weiterhin stolz auf seine "Schoko-Tabelle" verweisen, denn bei seinem Amtsantritt Anfang Oktober war der GAK nur auf dem zehnten und letzten Platz zu finden gewesen. In seiner Ära folgten nun bisher sechs Siege, drei Remis bei lediglich einer Niederlage (20:5 Tore).

Faux pas von Weber

Für die "Blackies", am vergangenen Wochenende spielfrei, hatte das Frühjahr noch kaum begonnen, da stand Goalie Weber vor 7.391 Fans bereits wieder einmal als "Fliegenfänger" im Mittelpunkt. Der 26-Jährige leistete sich nämlich beim 1:0 der "Rotjacken" in der 9. Minute durch Brunmayr ein fürchterliches Blackout. Mit einem lässigen Hacken ließ der Sturm-Schlussmann nach einem Rückpass von Bosnar zwar GAK-Angreifer Kollmann aussteigen, Weber übersah aber Brunmayr, der den Ball schließlich ins leere Tor beförderte.

"Torjäger" Pötscher

Machtlos war Weber hingegen zehn Minuten später beim 2:0 (19.) für den Erzrivalen. Brunmayr rollte das Leder mit viel Übersicht für seinen aufgerückten Teamkollegen Pötscher auf und der normalerweise alles andere als torgefährliche Verteidiger vollendete aus 14 Metern mit einem Flachschuss ins linke Ecke.

Vierer Kette aufgelöst

In der 27. Minute war dann das Projekt Viererkette für Sturm-Coach Franco Foda bis auf weiteres beendet, der Deutsche brachte statt Verteidiger Bosnar Angreifer Amoah und versuchte somit eine Aufholjagd zu starten. Mehr als ein gefährlicher Weitschuss von Wetl (44.) war jedoch nicht drinnen, während auf der anderen Seite Brunmayr aus kurzer Distanz (39.) und Kollmann aus zu spitzem Winkel (45.) weitere Möglichkeiten vorfanden.

Comeback von Mario Haas

Auch das Comeback von Sturm-Goalgetter Haas, der in der Pause eingewechselt wurde, brachte nicht mehr den erwünschten Umschwung. Für den früheren ÖFB-Teamspieler war es das erste Bewerbsmatch seit dem 18. August 2002, an dem er sich gegen die Austria einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie zugezogen hatte.

Bis zur 70. Minute war so etwas wie frischer Wind in den Sturm-Reihen zu spüren, danach nahm das Debakel aber rasch seinen Lauf. In der 74. Minute scheitere zunächst Amoah an GAK-Keeper Schranz, im direkten Gegenzug schloss Kollmann einen Konter aus 16 Metern zum 3:0 ab.

Auflösungserscheinungen bei Sturm

Die Sturm-"Abwehr" löste sich nun endgültig auf, in der 81. Minute konnten Naumoski, Standfest und Brunmayr ungestört kombinieren und Brunmayr sorgte für den vierten Streich. Coach Schachner peitschte sein Team von der Seitenlinie weiter nach vor und sah schließlich sogar noch das 5:0: Standfest rollte den Ball an Weber vorbei zur Mitte, die Sturm-Defensive konnte sich darauf einigen, wer klären soll und Naumoski sagte aus kürzester Distanz "Dankeschön". (APA)

  • Sturm Graz – GAK 0:5 (0:2)
    Arnold-Schwarzenegger-Stadion, 7.391, Plautz

    Torfolge: 0:1 ( 9.) Brunmayr, 0:2 (19.) Pötscher, 0:3 (74.) Kollmann, 0:4 (81.) Brunmayr, 0:5 (91.) Naumoski

    Sturm: Weber – Korsos, Strafner, Neukirchner, Bosnar (27. Amoah) – Masudi, Brzeczek, Wetl (64. Mählich), Dag – Szabics, Mujiri (46. Haas)

    GAK: Schranz – Pötscher, Sick, Tokic, Dmitrovic – Ramusch (69. Standfest), Milinkovic (66. Ceh), Aufhauser, Amerhauser – Brunmayr, Kollmann (77. Naumoski)

    Gelbe Karten: Bosnar bzw. Sick, Amerhauser

    Derby-Bilanz (Meisterschaft seit 1949): 113 Spiele – 37 Siege Sturm, 38 Remis, 38 Siege GAK. Tordifferenz: 155:150

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Ronald Brunmayr, von Rene Aufhauser verfolgt, eröffnete den GAK-Torreigen

    • Walter Schachner, von sich selbst überzeugt.

      Walter Schachner, von sich selbst überzeugt.

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