K2-Anträge: Biotechnologie, Klimawandel und Oberflächenforschung

7. November 2008, 12:32
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Zwei der drei oberen Forschungsbereiche werden in Top-Kompetenzzentren umgesetzt - die Themenbereiche für die zweite COMET-Runde

Wien - Biotechnologie, die Anpassung von Gebirgsräumen an den Klimawandel und Hightech-Oberflächenforschung - mit diesen Themen rittern drei Bewerberkonsortien um zwei geplante Top-Kompetenzzentren K2 im Rahmen des Förderprogramms COMET. Breitgestreut ist die Palette der K1-Kandidaten, die sich von Lebenswissenschaften und Medizintechnik über Automotive und Lichttechnik bis zur Informationstechnologie (IT) erstrecken. Die Bewerber für die Kompetenzzentren wie auch für K-Projekte sind über ganz Österreich verteilt, lediglich das Burgenland und Salzburg sind diesmal nicht vertreten, ergab eine Umfrage.

Drei Anträge für K2-Zentren, elf für K1-Zentren und 13 für K-Projekte ist - wie berichtet - die Bilanz der zweiten Ausschreibungsrunde für das Programm COMET des Infrastruktur- und des Wirtschaftsministeriums.

Biotechnologie

Biotechnologische Verfahren und Prozesse, die u.a. die Entwicklung von Medikamenten beschleunigen sollen, stehen im Mittelpunkt des K2-Antrags "ACIB - Austrian Center of Industrial Biotechnology". Dahinter steht ein Konsortium aus dem Wiener "Austrian Center of Biopharmaceutical Technology - ACBT" und dem Grazer "Kompetenzzentrum Angewandte Biokatalyse". Gemeinsam mit einem weiteren Standort in Innsbruck und Partnern aus der Pharmabranche will man Biotech-Verfahren und Prozesse methodisch weiterentwickeln. Das Projektgesamtvolumen beträgt 65 Mio. Euro, die Stadt Wien kommt für 4,8 Mio. Euro auf.

Klimawandel

Der Anpassung von Gebirgsräumen an den Klimawandel will sich das geplante K2-Zentrum "alpS - Centre for Climate Change Adaption Technologies" annehmen, das von einem Konsortium bestehend aus Uni Innsbruck und "alpS - Center of Natural Hazard Management" ins Rennen geschickt wurde (Gesamtvolumen für fünf Jahre: 49 Mio. Euro). An Standorten in Innsbruck, Bregenz, Wien und Bozen sollen Technologien und Strategien für alpine Regionen entwickelt werden, die die Lebensbereiche Wohnen, Ver- und Entsorgung sowie Tourismus und die Naturressourcen Raum, Wasser und Energie betreffen.

Neuartige Werk- und Schmierstoffe

Der dritte K2-Antrag stammt aus Niederösterreich: Das in Wiener Neustadt angesiedelte Kplus-Zentrum für Tribologie (Reibungslehre) AC2T research bewirbt sich unter dem Akronym "eXac2t" um ein "European Excellence Centre of Tribology". Wissenschaftliche Partner sind u.a. die Technische Universität (TU) Wien und das Technologiezentrum V-Research in Vorarlberg. Industrielle Partner kommen z. B. aus den Bereichen Werkstoffe, Maschinenbau, Anlagen- und Verkehrswegbau. Forschungsziele sind neuartige Werk- und Schmierstoffe - mit dem Ziel, Verschleiß, Materialeinsatz und Energiebedarf zu reduzieren. In dem Vorhaben wird ein Budgetrahmen von 12,7 Mio. Euro pro Jahr (Durchschnitt für fünf Jahre) angestrebt.

Für K2-Zentren besteht der Anspruch, sich in der Weltspitze des jeweiligen Forschungsgebiets etablieren zu können. Die Projekte mit einer Laufzeit von zehn Jahren müssen internationale Unternehmen und Wissenschafter einbinden. Die öffentliche Finanzierung liegt bei 45 bis 60 Prozent (maximal fünf Mio. Euro pro Jahr), den Rest zahlen die beteiligten Unternehmen (mindestens fünf).

Sieben einzurichtende K1-Zentren

Große thematische Vielfalt herrscht unter den elf Anwärtern für die sieben einzurichtenden K1-Zentren, für die 40 bis 55 Prozent öffentliche Finanzierung (maximal 1,5 Mio. Euro jährlich) vorgesehen sind. Die Kandidaten sind: das Tiroler K1-Zentrum "AgeTyrol" zu Fragen der Altersforschung (Antragsteller: CEMIT - Center of Excellence in Medicine and IT), das "ACMIT - Austrian Center for Medical Innovation and Technology" (Antragsteller: Integrated Microsystems Austria in Zusammenarbeit mit Profactor), das "CART - Center of Advanced Rehabilitation Technologies" (Antragsteller: Otto Bock Healthcare), das bisherige Kplus-Zentrum "PCCL - Polymer Competence Center Leoben" sowie "Join 4+" zum Thema Schweißen, Löten und Kleben, das "CPI - Center for Process Intensification", das "KAIplus" (aufbauend auf "KAI - Kompetenzzentrum für Automobil- und Industrieelektronik"), das "Secure Business Austria" sowie ein Zentrum aufbauend auf das Wiener VRVis zum Thema Visual Computing, das Projekt "wwwpower21cc" und das Forschungsvorhaben "K1-Zentrum Licht" (Antragsteller: Kompetenzzentrum Licht).

K-Projekte

Für sieben geplante K-Projekte gibt es 13 Anträge. Die öffentliche Förderung beträgt bei einer drei- bis fünfjährigen Laufzeit 40 bis 50 Prozent (maximal 0,45 Mio. Euro jährlich), verpflichtend sind drei Unternehmenspartner. So will etwa ein Projekt ein "Plug-in Hybridfahrzeug" entwickeln. Weitere Anträge befassen sich mit Holzforschung, Industriedesign, Logistik oder Erdbebenforschung.

Bis Mitte März 2009 läuft nun das Begutachtungsverfahren. In der ersten Jurysitzung am 10./11. März 2009 wird sich dann herausstellen, welche K-Projekte genehmigt und welche K1- bzw. K2-Konsortien im Rennen bleiben und zur Vollantragstellung eingeladen werden. (APA)

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