Kardinal Schönborn will Informationspflicht für Schwangere

7. November 2008, 12:11
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Von "Familie" will Schönborn nur bei "dauerhafter Gemeinschaft von Mann und Frau" sprechen - Forderung nach Informationspflicht für Schwangere

Wien - Der Wiener Kardinal und Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz, Christoph Schönborn, wünscht sich von der nächsten Regierung die Lösung "brennender Fragen". "Wir können nicht die nächsten Generationen belasten mit der Nicht-Lösung der Probleme, die jetzt anstehen", sagte Schönborn bei einer Pressekonferenz am Freitag. Unter anderem drängt Schönborn auf die Einführung einer bedarfsorientierten Mindestsicherung, die Lösung der Pflegeproblematik und mehr Familienförderung.

Schönborn fordert Informationspflicht

Von der neuen Regierung fordert Schönborn unter anderem eine Informationspflicht über Hilfsmöglichkeiten für "Schwangere in Notsituationen" vor Abtreibungen. Eine verpflichtende Schwangeren-Beratung wie in Deutschland, wo sich die katholische Kirche 2002 nach einer Weisung aus Rom aus der Beratung zurückgezogen hat, lehnt Schönborn ab. Mit Blick auf die EU-Arbeitszeitrichtlinie drängte der Kardinal außerdem auf die Verteidigung des arbeitsfreien Sonntags.

Als Familie gelten nur Gemeinschaften von Mann und Frau

Für Familien verlangte Schönborn mehr "materielle und immaterielle" Förderung. Allerdings lässt der Kardinal nur die "dauerhafte Gemeinschaft von Mann und Frau, die für Kinder offen ist" als Familie gelten. Alleinerzieherinnen fallen damit offenbar nicht unter den katholischen Familienbegriff. Schönborn bekräftigte auf Nachfrage jedenfalls, dass beim Fehlen der Gemeinschaft von Mann und Frau nicht von Familie gesprochen werden könne. (APA)

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    Schönborn: Beim Fehlen der Gemeinschaft von Mann und Frau kann nicht von Familie gesprochen werden.

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