"Traditionsbedingte" Gewalt: Notwohnung für Opfer nötig

6. November 2008, 18:05
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Eröffnung der Ausstellung "Tatmotiv Ehre" im Frauenministerium: Silhavy will betroffene Frauen und Mädchen stärker unterstützen

In Wien ist am Donnerstag "Tatmotiv Ehre" eröffnet worden, eine von der deutschen Frauenrechtsorganisation "Terre des femmes" gemeinsam mit "Orient Express" organisierten Wanderausstellung. Auf 34 Tafeln kommen Frauen aus allen Teilen der Welt zu Wort und berichten über die Situation der Frauen in ihrer Heimat. Aufgezeigt werden auch die Aktivitäten der Vereinten Nationen sowie die Rechtslage in anderen Ländern. Nicht zuletzt ist auch klar erkennbar, dass es überall Frauen geben muss und gibt, die sich mutig und engagiert für die Rechte anderer Frauen einsetzen - auch mit dem Bewusstsein, selbst in Gefahr zu geraten.

"Es ist eine schwere Verletzung der Menschenrechte, wenn unter Berufung auf Tradition die Rechte von Frauen missachtet werden", sage Frauenministerin Heidrun Silhavy bei der Eröffnung im Frauenministerium. Wie aktuell das Thema immer noch sei, beweise gerade erst wieder die Steinigung eines 13 Jahre alten Mädchens in Somalia, so Silhavy. Auf entsetzliche Weise sei hier die Gewalt gegen Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt gerückt worden.

Obwohl die Gesetzeslage in Österreich klar sei und diese Formen von Gewalt unter Strafe stelle, passiere Gewalt gegen Frauen auch in Österreich, betonte die Frauenministerin. "Denn nach wie vor fehlt vielfach das Bewusstsein und die Sensibilität, wenn es um Gewalt im Nahmen der Ehre geht."

Notwohnung für Betroffene notwendig

Projekte und Organisationen, die sich für betroffene Frauen einsetzen, müssten deshalb intensiv unterstützt werden. Heuer gingen 635.000,- Euro aus dem Frauenbudget an zahlreiche Einrichtungen und Projekte, die sich mit "tradionsbedingter" Gewalt auseinander setzen, strich Silhavy hervor. Dringend gebraucht würde eine Notwohnung für Betroffene von Zwangsheirat, damit betroffene Mädchen und Frauen eine betreute und ganz auf ihre speziellen Bedürfnisse abgestimmte Unterkunft bekämen, sagte Silhavy. Die Errichtung einer solchen Notwohnung sei bereits im Regierungsprogramm verankert gewesen und solle auch in die laufenden Koalitionsgespräche einfließen. (red)

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Orient Express

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