Gipfel soll Wege aus der Krise suchen

5. November 2008, 22:27
posten

Neue Kämpfe - Berichte über katastrophale Zustände in Flüchtlingslagern

Nairobi - Die Präsidenten von Ruanda und der benachbarten Demokratischen Republik Kongo wollen am Freitag in der kenianischen Hauptstadt Nairobi über eine Lösung der blutigen Krise im Ostkongo beraten. Das teilte ein Sprecher des kenianischen Außenministeriums am Mittwoch mit. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte in den vergangenen Tagen bereits seine Teilnahme an dem geplanten Regional-Gipfel angekündigt. Erwartet werden auch hohe Vertreter anderer afrikanischer Staaten.

Die EU wird vom französischen Staatssekretär für Zusammenarbeit und Frankophonie, Alain Joyandet, vertreten. Die kongolesische Regierung wirft Ruanda vor, den Rebellengeneral Laurent Nkunda zu unterstützen, der mit seinen Truppen vor der Provinzhauptstadt Goma in der Krisenregion Nord-Kivu steht.

Unterdessen kam es am Mittwoch zu neuen Kämpfen zwischen Anhängern Nkundas und Kämpfern der Mai-Mai-Milizen, die die politische Führung in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa unterstützen. Nkunda warf der Regierung vor, den von ihm in der vergangenen Woche einseitig erklärten Waffenstillstand zu brechen.

Nach Angaben von Hilfsorganisationen erschwerten die neuen Kämpfe die Versorgung der mindestens 250.000 Flüchtlingen in Goma und Umgebung, die seit Wochen auf Hilfe warten. Caritas-Mitarbeiter Alexander Bühler berichtete, in einigen Lagern müssten sich bis zu 800 Menschen einen einzigen Wasserhahn teilen. Bei überlaufenden Latrinen seien die hygienischen Verhältnisse "gotterbärmlich". Wegen der Regenzeit herrschten vor allem abends Temperaturen von lediglich 13 Grad Celsius, immer mehr Krankheiten breiteten sich aus. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) sprach von Dutzenden Cholera-Fällen.

Die Gewalt erschwere weiterhin die notwendige humanitäre Hilfe für Zehntausende Menschen auf der Flucht, berichtete das Deutsche Rote Kreuz am Mittwoch in Berlin. Zwischen 30.000 und 70.000 Personen hielten sich in Ishasha in der Nähe der ugandischen Grenze auf, hieß es.

Nkunda rechtfertigte seine jüngste Offensive mit Attacken von Hutu-Milizen auf Angehörige der Tutsi-Minderheit. Der Regierung wirft Nkunda vor, die Milizen der Hutu zu unterstützen. Die Regierung in Kinshasa warf dem Nachbarland Ruanda am Mittwoch vor, die Tutsi-Rebellen militärisch zu unterstützen. Die Konflikte im Kongo wird neben der Krise in Simbabwe am Wochenende auch im Mittelpunkt eines Sondergipfels des regionalen Staatenbunds Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika (SADC) stehen. (APA/dpa)

 

Share if you care.