Erster "ASCINA-Award" für ÖsterreicherInnen, die in Nordamerika forschen, vergeben

5. November 2008, 13:26
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Mathematikerin Franziska Michor und Sprachwissenschafter Stefan Dollinger ausgezeichnet

Wien - Der heuer zum ersten Mal vergebene "ASCINA-Award" geht an die Mathematikerin Franziska Michor und den Sprachwissenschafter Stefan Dollinger. Der vom Wissenschaftsministerium finanzierte und in Kooperation mit dem Verein "Austrian Scientists and Scholars in North America" vergebene Preis ist für herausragende wissenschaftliche Leistungen von in Nordamerika arbeitenden österreichischen ForscherInnen gedacht und mit insgesamt 20.000 Euro dotiert, gab das Wissenschaftsministerium am Mittwoch in einer Aussendung bekannt.

Die PreisträgerInnen

Michor, die den Preis im Bereich "Natural and Life Sciences" erhält, wurden die Zahlen gleichsam in die Wiege gelegt, ihr Vater ist Peter Michor, Mathematiker an der Uni Wien. Franziska Michors wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die Krebsforschung. Sie arbeitete bisher unter anderem am Institut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien und mit dem ebenfalls aus Österreich stammenden Mathematiker und Biologen Martin Nowak von der Harvard University (US-Bundesstaat Massachusetts). Derzeit ist sie am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York tätig.

Mit dem "ASCINA-Award" ausgezeichnet wurde die Wissenschafterin für eine Publikation über ihr mathematisches Modell, mit dem man die Evolution von Zellen, welche zum Endstadium einer bestimmten Form von Blutkrebs führen, studieren kann ("Chronic Myeloid Leukemia Blast Crisis Arises from Progenitors").

Dollinger, der im Bereich Geisteswissenschaften ausgezeichnet wird, studierte an der Uni Wien und arbeitet derzeit als Postdoc an der University of British Columbia in Vancouver (Kanada). Ausgezeichnet wird er laut Begründung für seine 2008 publizierte Monografie im Bereich der Soziolinguistik, die sich mit der Entwicklung von elf Modalverben im Kanadischen Englisch des späten 18. und frühen 19. Jahrhundert auseinandersetzt.

Hintergrund

Die Auswahl der ersten ASCINA-PreisträgerInnen erfolgte durch das Kuratorium des Wissenschaftsfonds FWF. Vergeben werden die Preise am Montagabend (10.11.) gemeinsam mit den Wittgenstein- und START-Preisen in Wien.

Bei dem erstmals vergebenen Preis waren junge WissenschafterInnen aufgerufen, sich mit einer im Rahmen eines Forschungsaufenthalts in den USA oder Kanada erstellten Forschungsarbeit zu bewerben. Zielgruppe sind WissenschafterInnen, die noch am Beginn ihrer Laufbahn stehen, das heißt, maximal acht Jahre nach dem letzten akademischen Abschluss. ASCINA wurde 2002 als Netzwerk von in Nordamerika tätigen österreichischen ForscherInnen gegründet. Mittlerweile sind rund 1.000 ForscherInnen Mitglied des Vereins. (APA/red)

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