Das pädagogische Unverhältnis

4. November 2008, 15:41
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Ein neues Buch zeigt, wie die Philosophen Rancière, Gramsci und Foucault die Beziehung von Lernendem und Lehrendem sehen

Pädagogik und politische Theorie - wie diese beiden Bereiche sich gegenseitig bedingen, beeinflussen und  zueinander stehen, das ist Thema des Buches "Das pädagogische Unverhältnis" von Nora Sternfeld. Darin beleuchtet sie das Verhältnis von Lehrendem und Lernendem und versucht emanzipatorische Strategien der Pädagogik aufzuzeigen. Ziel des Buches ist es, "eine politische Theorie als Pädagogik, eine pädagogische Politik als Theorie und eine theoretische Pädagogik als Politik" zu entwerfen. 

Erziehen als "unmögliche Aufgabe"

Drei Tätigkeiten bezeichnet Sigmund Freud als unmögliche Aufgaben: das Erziehen, das Regieren und das Psychoanalysieren. Alle drei Aufgaben implizieren ein (Un-)Verhältnis. Sie können nicht am Reißbrett entworfen werden, sind niemals unabhängig von ihren AdressatInnen und somit nicht vollends planbar. Das Buch geht der Frage nach, ob in dieser Unmöglichkeit nicht gerade eine neue Möglichkeit der Pädagogik liegt.

Emanzipatorische Strategien für Pädagogik

Dazu werden die Ansichten und Aussagen der drei Philosophen Jacques Rancière, Antonio Gramsci und Michel Foucault zum pädagogischen Verhältnis vorgestellt. Anschließend wurde von Sternfeld herausgearbeitet, welche Schlüsse man daraus für das Potenzial das pädagogische Verhältnis ziehen kann. Für alle Lehrenden bietet dieser Band eine gute Übersicht über das, was drei bekannten Theoretikern emanzipatorischer Strategien für die Pädagogik abzugewinnen ist. (red/derStandard.at, 4.11.2008)

Zur Person

Nora Sternfeld ist Kunstvermittlerin und Kuratorin, Lehrbeauftragte am Institut für das künstlerische Lehramt der Akademie der bildenden Künste Wien und an der Universität für Angewandte Kunst.

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    foto: verlag turia + kant
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