Wo die Homepages zuhause sind

3. November 2008, 00:58
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Der Weg zu der eigenen Homepage ist kein schwerer: Man muss seinen Wunschnamen registrieren und ein sicheres Heim für den Webauftritt finden

Laut einer Studie der österreichischen Internetvergabestelle für Domains (nic.at) hält es rund ein Fünftel der Befragten (18,4%) für sehr wichtig, eine eigene Domain zu besitzen. Im Gegensatz dazu geben 85% an, Domains seien für Unternehmen bzw. Geschäftszwecke sehr wichtig. Dieses „Hinterherhinken“ bei der privaten Domain-Nutzung ist im internationalen Vergleich auffallend, meint nic.at-Geschäftsführer Richard Wein. Es scheint so als interessieren sich in Österreich nur Wenige für eine eigene Web-Präsenz. Dabei ist der Weg zur persönlichen Adresse im Web kein schwerer.

Wunschname

Will man mit einer eigenen Homepage im weltweiten Netzt auftreten, muss man zuerst den Namen wählen unter dem die eigene Homepage aufgerufen wird. Dieser weltweit nur einmal vergebene Name wird als Domain bezeichnet. Dahinter steckt eigentlich eine IP-Adresse, also eine Zahlenkombination. So wäre derstandard.at auch zu finden wenn man 194.116.243.241 in den Browser eingibt. Da so eine Kennzeichnung nicht besonders praktisch und schwer zu merken ist, registriert man den eigenen Webauftritt unter einem herkömmlichen Namen, also einer Buchstabenkombination die zwischen drei und 63 Zeichen lang sein kann. Für jeden Staat der Welt gibt es einen Domain-Administrator, welcher für die Vergabe der Namen zuständig ist - in Österreich ist das das nic.at. Hier kann man nachprüfen, ob der Wunschname, also die Domain die man gerne hätte, auch noch frei ist. Für die Registrierung und Benutzung einer Domain wird vom Administrator eine Jahresgebühr verrechnet.

Ein Heim für die Domain

Jene Dienste, die man dann rund um den eigenen Webauftritt braucht, wie etwa Webspeicher oder E-Mail-Adressen, werden von sogenannten Webhostern angeboten. So sind zum Beispiel über 3,5 Millionen europäischer Domains in der realen Welt an einer geheimen Berliner Adresse zu finden: In einem unauffälligen Hinterhof, mitten in der deutschen Hauptstadt, betreibt die Strato AG ein beeindruckendes Rechenzentrum in dem Homepages und andere Dienste Platz finden. Dank Strato AG und ähnlichen Internet-Dienstleistungsanbietern benötigt man für das Betreiben einer Website keine eigene Hardware, insbesondere keinen eigenen Webserver. Stattdessen bekommt der eigene Internet-Auftritt einen Platz auf dem Webserver eines Rechenzentrums. Diese Form des Website-Betriebs eignet sich insbesondere für kleinere Online-Auftritte mit geringem Transfer-Volumen. Die meisten großen Hoster wie etwa Strato AG besitzen eigene Rechenzentren und bieten ganz unterschiedliche Hosting-Pakete an.

Housing

In der Regel teilt sich ein Domain-Besitzer mit seiner Website den Platz auf dem zentralen Sever eines Rechenzentrums mit vielen anderen. Es gibt aber auch andere Optionen, die man je nach Bedarf und Budget wählen kann. Unter dem sogenannten Housing versteht man die Unterbringung eines eigenen Servers in einem Rechenzentrum um die hier vorhandene Infrastruktur zur Anbindung an das Internet zu Nutzen. In diesem Fall bezahlt man als Kunde nur das Transfer-Volumen der Website und einen Mietplatz für den Server, aber keine Miete für den Server selbst.

Gegen Ausfälle gesichert

Ein weiterer wichtiger Vorteil des Housings - und eines guten Rechenzentrums im Allgemeinen - ist die sichere Unterbringung der Server, die in die speziell für diesen Zweck konzipierten Räumen erfolgt. Diese sind in der Regel hochgesichert und bieten spezielle klimatische Bedingungen. So wird in den Räumen des Strato AG-Rechnungszentrums die Temperatur konstant bei rund 21 Grad gehalten. Die Server-Farm ist außerdem vielfach gegen einen Stromausfall gesichert. Wird zum Beispiel die externe Stromzufuhr unterbrochen, kann der Betrieb über Akkus weitere 15 Minuten aufrecht erhalten werden. In der Zwischenzeit springen Dieselmotoren an, die aus einem Tank mit einer Kapazität von 40.000 Liter Dieselkraftstoff gespeist werden. Die Generatoren können so eine Woche lang einen Notfallbetrieb sichern. Sicherheit für die Kunden des Rechenzentrums bringt auch das unauffällige Erscheinungsbild des Gebäudes in dem die Server untergebracht sind: Ein Bürobau mit falscher Namestafel mitten in Berlin.

Ein sicheres Zuhause

Bevor man sich für den Webhoster seiner Wahl entscheidet sollte man zusätzlich zum Service-Portfolio und den Preisen auch einige weitere Punkte berücksichtigen. Der Freiburger Rechencenterbetreiber und Webhosting-Anbieter Conutinum AG hat wichtige Punkte herausgearbeitet, die sie man bei der Providerwahl genau beachten sollte. Präzise definiere Serviceleistungen, wie etwa die Verfügbarkeit eines direkten Ansprechpartners bei Störungen, sind genauso wichtig wie mögliche Leistungsreserven der gemieteten Sever die auch ihren wachsenden Bedarf an Datenvolumen decken können. Wichtig ist auch, dass der Provider über ein eigenes Rechenzentrum verfügt. Wenn Sie auf diese Faktoren achten, garantieren Sie ihrer Website ein sicheres Zuhause. (Olivera Stajic/ derStandard.at, 3. November 2008)

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    Die eigene Hompage in den unendlichen Weiten der Serverfarmen. (Symbolfoto)

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