Sturm beschämt blasses Violett

2. November 2008, 22:25
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In allen Belangen überlegene Grazer siegten bei pomadiger Wiener Austria 3:1 und ver­besser­ten sich in der Tabelle auf Platz zwei

Wien - Sturm Graz hat der Austria mit einem 3:1-(2:1)-Erfolg im sonntägigen Schlager der 15. Bundesliga-Runde die erste Heimniederlage nach fast acht Monaten zugefügt. Während die Wiener nach der zweiten Niederlage in Serie mit 28 Punkten auf den vierten Tabellenrang zurückfielen, setzten sich die Sieger mit deren 29 hinter Salzburg (33) auf Platz zwei.

Sturm präsentierte sich von Beginn weg als initiativere Elf. Stankovic (10.) sorgte nach einem schnell abgespielten Freistoß des hervorragend aufgelegten Mario Haas erstmals für Verwirrung in der indiskutablen Austria-Defensive. Wenig später vertändelte Schiemer den Ball gegen Haas, über Muratovic gelangte dieser zu Stankovic, der Goalie Safar keine Chance ließ (21.). Reaktion der Gastgeber? Gleich null. Sturm drückte weiter aufs Tempo und das blieb auch nicht ohne Folgen: Hölzl flankte von rechts, Suttner fälschte ab, Safar sah den Ball über sich in die Maschen segeln (41.)

Dass die von den eigenen Fans mit "Wir wollen euch kämpfen sehen"-Chören bedachten Hausherren nur mit einem Tor Rückstand in die Kabine gingen, verdankten einem Blackout der Grazer Abwehr. Erst produzierte Kandelaki einen Fehlpass, Madl flankt zur Mitte, der Ball prallt von Sturms Lamotte genau zu Okotie, der auf 1:2 verkürzte.

Wer nun etwa nach der Pause eine anpressende Austria erwartet hat, wurde eines besseren belehrt. Eine zunächst vorsichtiger orientierte Sturm kontrollierte weiter das Geschehen, die Wiener kamen über 90 Minuten zu keiner einzigen Torchance. Die Stars Acimovic und Bazina waren Totalausfälle, Okotie harmlos, die Flügel lahm. Als das den Grazern klar wurde, begannen sie wieder forscher nach vorne zu spielen. Gegenwehr gab es keine: Die Austrianer lümmelten um ihren Strafraum herum, allerdings nie in der Nähe der Gegenspieler. Sturm kam zu mehreren Gelegenheiten, die aber allesamt vergeben wurden (Haas, 72.;  Muratovic, 75.). Nach einer Stunde reagierte Karl Daxbacher und brachte Diabang für Mittelfeldmann Madl sowie Krammer für den unauffälligen Sulimani. Es änderte sich nichts.

Im Gegenteil leistete sich der alte Haas noch ein Gustostückerl und ferselte am herausgestürzten Safar vorbei zum 3:1 ein. Ein Traumgoal des 34-Jährigen, mit dem er in der ewigen Bundesliga-Torschützenliste mit dem sechstplatzierten Christoph Westerthaler gleichzog. Beide haben nun 131. Treffer auf dem Konto. (rob)

FK Austria Wien - SK Sturm Graz  1:3 (1:2). Horr-Stadion, 9.054 Zuschauer, SR Drabek.

Torfolge: 0:1 (21.) Stankovic, 0:2 (41.) Hölzl, 1:2 (45.) Okotie, 1:3 (82.) Haas

Austria: Safar - Standfest, Bak, Schiemer, Suttner (81. Topic) - Sulimani (67. Krammer), Madl (64. Diabang), Blanchard, Acimovic - Okotie, Bazina

Sturm: Gratzei - Lamotte, Schaschiaschwili, Sonnleitner, Kandelaki - Hölzl, Kienzl, Hlinka, Stankovic (85. Jantscher) - Muratovic (81. Beichler), Haas (93. Scherrer)

Gelbe Karten: Suttner, Acimovic bzw. Lamotte

 

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    Der Eindruck täuscht: Die Austria kämpfte nicht, die Austria kratzte nicht, die Austria biss nicht.

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