Flughafen Berlin-Tempelhof ist Geschichte

31. Oktober 2008, 15:27
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Lichter erloschen um Mitternacht - Mit Video

Berlin - Der älteste Verkehrsflughafen der Welt in Berlin-Tempelhof ist Geschichte. Nach 85 Jahren hoben in der Nacht zum Freitag die letzten beiden Maschinen ab. Ein historischer "Rosinenbomber" und eine Junkers "Tante Ju" erinnerten auch an die Berliner Luftbrücke 1948/49, die den Flughafen in aller Welt bekannt gemacht hatte. Vor allem wegen dieser historischen Bedeutung war die Schließung in der Stadt bis zuletzt umstritten. Um Mitternacht erloschen die Lichter auf dem Rollfeld und dem Flughafendach.

Bei der Abschiedsfeier am Donnerstagabend mischten sich in die Vorfreude auf den künftigen Hauptstadt-Airport Wehmut und Ärger über das Ende des 1923 eröffneten Flughafens. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erntete vor 800 geladenen Gästen Pfiffe und Buhrufe, als er die Schließung des Luftbrücken-Flughafens verteidigte. "Wir müssen nach vorne schauen", forderte er. Das zentral gelegene Gelände biete große Chancen für die Stadtentwicklung. Einen konkreten Plan für das 1,2 Kilometer lange Gebäude und das 386 Hektar große Gelände gibt es aber noch nicht.

Letzter Besuch

Am Donnerstag hatten tagsüber zahlreiche Berliner mit einem letzten Besuch Abschied von dem Flugplatz genommen, mit dem viele Erinnerungen an die Teilung der Stadt und die Hilfe der Amerikaner in Zeiten des Kalten Krieges verbinden. Mehr als 100 Demonstranten protestierten gegen die Schließung. Noch am Freitag suchten Flughafenfreunde den Zaun um das Rollfeld auf und spähten zu den riesigen Hangars hinüber. Grabkerzen und ein "Niemals aufgeben"-Transparent zierten den Vorplatz des Flughafens.

Mit dem Parallelstart der historischen Flugzeuge um 23.55 Uhr endete der Flugbetrieb auf dem Tempelhofer Feld. Noch kurz vor dem Verlöschen der Lichter hatten auf dem Rollfeld Gegner der Schließung ein Transparent mit den Worten "Tempelhof bleibt - Wowi fliegt" enthüllt. Als letzte Linienmaschine hatte um 22.17 Uhr eine Propellermaschine der Cirrus Airlines den Flughafen mit dem Ziel Mannheim verlassen.

Flughafenchef Rainer Schwarz sagte bei der Feier, die Bündelung des Luftverkehrs auf dem künftigen Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) im brandenburgischen Schönefeld folge einer zwingenden wirtschaftlichen Logik. Mit der Fertigstellung des BBI soll auch der dritte Berliner Flughafen in Tegel geschlossen werden. Dort und auf dem früheren DDR-Flughafen in Schönefeld starten und landen schon seit Jahren die meisten Maschinen von und nach Berlin.

Symbol für den Freiheitswillen Berlins

Gerungen wurde am Freitag noch um drei kleine Flugzeuge, die am Donnerstag wegen tief hängender Wolken Tempelhof nicht mehr verlassen konnten. Nach dem Willen der Flughafengesellschaft sollen die Besitzer ihre Maschinen, die für Rundflüge genutzt wurden, per Tieflader abtransportieren. Die Eigner setzten jedoch auf eine Sonderfluggenehmigung - was einen weiteren letzten Flug von Tempelhof zur Folge hätte. Der Senat sieht dies aber als unwahrscheinlich an.

Tempelhof gilt seit der Luftbrücke vielen als Symbol für den Freiheitswillen und das Durchhaltevermögen der Stadt. Damals versorgten Briten und US-Amerikaner während der Blockade durch die Sowjets die Stadt über ein Jahr lang aus der Luft. Ein Volksentscheid zur Offenhaltung war im Frühjahr gescheitert. (APA/dpa)

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    Der älteste Verkehrsflughafen der Welt ist Geschichte: Nach 85 Jahren hoben in der Nacht zum Freitag die letzten beiden Maschinen ab.

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    Am Donnerstag hatten tagsüber zahlreiche Berliner mit einem letzten Besuch Abschied von dem Flugplatz genommen, mit dem viele Erinnerungen an die Teilung der Stadt und die Hilfe der Amerikaner in Zeiten des Kalten Krieges verbinden.

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