BBC entfernt Moderatoren - Anzügliche Scherzanrufe als jüngster Skandal

29. Oktober 2008, 12:23
4 Postings

Für John Tusa, den Exdirektor des BBC World Service, hat die Gebührenanstalt das Bestreben, jüngere Hörer und Zuschauer anzusprechen, "auf monumentale und tragische Art und Weise falsch verstanden"

10.000 Beschwerdeanrufe, Kritik von Regierungschef Gordon Brown und Oppositionsführer David Cameron, die Medienbehörde Ofcom und BBC selbst ermitteln: Der an sich angesehene britische Gebührensender BBC suspendierte zwei Radiomoderatoren wegen anzüglicher Anrufe.

Erinnern Sie sich an Ober Manuel aus der BBC-Serie "Fawlty Towers" mit John Cleese? Darsteller Andrew Sachs, inzwischen 78, fand auf seinem Anrufbeantworter Nachrichten der BBC-Radiospaßvögel Russell Brand und Jonathan Ross. Brand behauptete, er habe Sex mit Sachs' Enkelin gehabt, "Fuck" und ähnliches folgten.

Der Schauspieler fand das ebenso wenig komisch wie der Gebührensender, ohnehin wegen manipulierter Anrufsendungen und falsch geschnittener Queen-Doku in Verruf. Die BBC entfernte die beiden Radiomoderatoren.

Brand flog einst beim Musiksender MTV, weil er sich nach den Anschlägen vom 11. September als Osama Bin Laden verkleidet hatte. Ross gehört mit umgerechnet 7,5 Millionen Euro Jahresgage zu den bestbezahlten Moderatoren der BBC. Dass Moderatoren wie Ross Millionengehälter aus den Gebühreneinnahmen bekommen, während die BBC hunderte Stellen abbaut, ärgert viele Briten.

Für John Tusa, den Exdirektor des BBC World Service, hat die Gebührenanstalt das Bestreben, jüngere Hörer und Zuschauer anzusprechen, "auf monumentale und tragische Art und Weise falsch verstanden". (red, dpa/DER STANDARD; Printausgabe, 30.10.2008)

 

Share if you care.