Florenz: Mehr weibliche Straßennamen

28. Oktober 2008, 14:48
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Künftig soll die Hälfte der Straßen der Stadt nach einflussreichen Frauen benannt werden, damit sie nicht in Vergessenheit geraten

Rom - Florenz will auch bei der Toponomastik für Gleichberechtigung sorgen. Die Gemeinde hat beschlossen, dass künftig die Hälfte der Straßen, die neu benannt werden müssen, Namen einflussreicher Frauen tragen werden.

"Als man mir kürzlich eine Liste mit 200 Namen von Personen vorgelegt hat, nach denen man in Florenz neue Straßen benennen könnte, habe ich festgestellt, dass darin nur zwölf Frauennamen standen. Das hat mich empört", sagte Lucia Matteuzzi, Mitglied des Florentiner Stadtrates, nach Angaben italienischer Medien.

Prominente Italienerinnen

Zu den prominenten Florentinerinnen, nach denen demnächst Straßen und Plätzen der toskanischen Hauptstadt benannt werden könnten, zählen die 2006 gestorbene Schriftstellerin Oriana Fallaci, die Mäzenin Anna Maria Luisa de Medici und die Adelige Beatrice Portinari, die Italiens Nationalschriftsteller Dante geliebt hatte und seit 700 Jahren in Vergessenheit geraten ist.

Der Beschluss des Florentiner Stadtrates wurde von der Ex-Frauenministerin Katia Belillo begrüßt. "Zu viele Frauen, die Großes für Italien geleistet haben, sind vergessen worden", so Belillo.

Nicola Rotondaro, Sprecher der Italienischen Kommunisten in Florenz, kritisierte dagegen das Streben nach Gleichberechtigung bei der Toponomastik. "Man kann die Geschichte nicht ändern. In der Vergangenheit spielten Männer eine wichtigere Rolle. Wenn es keine Frauen gibt, nach denen man die Straßen benennen darf, kann man sie nicht erfinden", so Rotondaro. (APA)

  • Eine Papiermaché-Puppe als Anna Maria Luisa de Medici
    Foto: Reuters/INA FASSBENDER

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