Niederlagen für Partei von Präsident Lula bei Stichwahl

27. Oktober 2008, 07:35
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PT und Verbündeten verlieren bei zweiter Runde der Kommunalwahlen in den drei Metropolen Sao Paulo, Rio de Janeiro und Belo Horizonte

São Paulo - Bei der zweiten Runde der Kommunalwahlen in Brasiliens größten Städten hat die landesweit regierende Arbeiterpartei (PT) von Staatschef Luiz Inacio Lula da Silva Nachwahlbefragungen und Teilergebnissen zufolge mehrere Schlappen erlitten. Die drei großen Metropolen São Paulo, Salvador und Porto Alegre gingen demnach bei der Stichwahl am Sonntag an rechtsgerichtete Kandidaten. Dafür konnten von der Arbeiterpartei unterstützte Bewerber den Angaben zufolge die Rathäuser von Rio de Janeiro und Belo Horizonte erobern.

In der elf Millionen Einwohner zählenden Metropole São Paulo setzte sich der amtierende Bürgermeister Gilberto Kassab von der rechtsgerichteten Partei Demócratas (DEM) dem Institut Ibope zufolge mit 60 Prozent der Stimmen gegen die PT-Kandidatin und frühere Ministerin, Marta Suplicy, durch. Kassab wurde vom sozialdemokratischen Gouverneur des Bundesstaats São Paulo, José Serra unterstützt. Dieser will sich damit wiederum die Unterstützung der DEM als Präsidentschaftskandidat des bürgerlichen Lagers 2010 sichern. Lula darf gemäß der Verfassung dann kein drittes Mal in Folge für das Amt des Staatsoberhaupts kandidieren.

Erfolg für konservativ-populistische Partei in Rio

In Rio de Janeiro gewann Eduardo Paes von der konservativ-populistischen Partei der brasilianischen demokratischen Bewegung (PMDB), die zur landesweit regierenden Mitte-links-Koalition gehört, knapp vor dem früheren Guerillero und Grünen-Kandidaten Fernando Gabeira. Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen lautete das Ergebnis für Paes 50,8 Prozent. Auf den für ein Mitte-rechts-Bündnis kandidierenden Gabeira entfielen 49,2 Prozent. Auch in Salvador bleibt der PMDB-Bürgermeister im Amt.

In Belo Horizonte wurde hingegen der sozialdemokratische Bürgermeister im Amt bestätigt. In Porto Alegre gelang es der PT-Kandidatin Maria da Rosário nicht, das 2004 für die Arbeiterpartei verlorengegangene Rathaus vom Amtsinhaber José Fogaça (PMDB) zurückzugewinnen.

Gemäß den Wahlbestimmungen in Brasilien ist in Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern eine zweite Runde zwischen den zwei bestplatzierten Bewerbern fällig, wenn im ersten Durchgang kein Kandidat die absolute Mehrheit erhält. Der erste Wahlgang hatte vor drei Wochen stattgefunden. Dabei gewann die Lula-Partei in zahlreichen kleineren Städten die Rathäuser auf Anhieb. (APA)

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