Werner Becher vorläufig zum Parteichef gewählt

26. Oktober 2008, 18:11
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Neuer Chef und neue Inhalte sollen LIF aus der Krise führen

Wien - Nach der Wahlniederlage vom 28. September und dem Rückzug von Parteichefin Heide Schmidt stellte das Liberale Forum (LIF) am Wochenende die Weichen für die Zukunft. Der 36-jährige Niederösterreicher Werner Becher wurde am Samstag beim Parteitag in Wien zum neuen Bundessprecher des LIF gewählt. Sein Stellvertreter ist der 27-jährige Homosexuellen-Aktivist Amir Ahmed. Auch der bisherige Kultursprecher und Ex-Volksoper-Direktor Rudolf Berger gehört dem neuen Parteipräsidium an.

Als "Gleicher unter Gleichen" will der Software-Unternehmer und bisherige LIF-Innovationssprecher Werner Becher die Liberalen aus der Krise führen. Bei der Nationalratswahl hatte das LIF mit nur rund zwei Prozent der Stimmen den angestrebten Einzug ins Parlament deutlich verpasst.

Becher will "die Chance nützen, um die Partei zu erneuern". In erster Linie müsse das LIF zu einer Mitgliederpartei mit starken Länderorganisationen entwickelt und das aus dem Jahr 1993 stammende Parteiprogramm überarbeitet werden, betonte der zweifache Familienvater kurz nach seiner Wahl. Auch über einen neuen Namen möchte er diskutieren. "Wir müssen das LIF jetzt so auf die Beine stellen, dass wir in Zukunft wieder mitgestalten können" , sagte Becher. Er selbst stelle jedoch keinen Anspruch, Spitzenkandidat bei einer kommenden Wahl zu werden. Beim nächsten Parteitag im April soll erneut über die Führungsfrage abgestimmt werden.

Parteigründerin Heide Schmidt, die nach der Wahl ihren endgültigen Rückzug aus der Politik angekündigt hatte, will sich in Zukunft auf ihr Institut für eine offene Gesellschaft konzentrieren. Ein politisches Comeback schloss sie am Samstag aus. Auch Ex-Parteichef Alexander Zach und Finanzier Hans Peter Haselsteiner, gegen die die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf illegale Parteienfinanzierung in Ungarn ermittelt, werden im neuen LIF keine gewichtige Rolle mehr spielen. (Katharina Weißinger/DER STANDARD, Printausgabe, 27.10.2008)

 

 

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