Können 800 Überwachungskameras irren?

28. Februar 2003, 10:54
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Londoner Mautsystem straft Oldtimer in Museum ab

Ein seit 1947 aus dem Verkehr gezogener Oldtimer hat Medienberichten zufolge vom neuen Londoner Mautsystem einen Strafzettel erhalten, weil er angeblich die Anti-Stau-Gebühr nicht bezahlt hat.

"Der Daimler hat sich in den vergangenen 25 Jahren nicht aus eigener Kraft bewegt"

Ein Museum in der Küstenstadt Bristol habe den Strafzettel für sein Museumsstück, einen 105 Jahre alten Daimler, bekommen, berichtete die Zeitung "Daily Telegraph" am Donnerstag. Der "Fiery Liz" (Feurige Liz) genannte Wagen sei von den Londoner Überwachungskameras am Tag der Einführung der Gebühr Mitte Februar identifiziert worden. "Wir waren überrascht über das Schreiben, denn der Daimler hat sich in den vergangenen 25 Jahren nicht aus eigener Kraft bewegt", sagte Museumskurator Andrew King dem Blatt. Das Knöllchen gehöre wohl zu einer Reihe von "individuellen Fehlern" des Anti-Stau-Systems, sagten demnach die Betreiber.

800 Kameras

Mit dem neuen Mautsystem will London die Zahl seiner Staus in der Innenstadt um mindestens 15 Prozent reduzieren. Deswegen muss jeder Autofahrer umgerechnet 7,50 Euro Gebühr bezahlen, wenn er in der Innenstadt unterwegs ist. 800 Kameras erfassen die Nummernschilder der Autos. Computer kontrollieren, ob die Auto-Halter die Gebühr entrichtet haben. Falls nicht, müssen sie zwischen 58 und 176 Euro Strafe zahlen.

Gefälschtes Kennzeichen

Wie The Register berichtet, haben die Überwacher mit zusätzlichen Problemen zu kämpfen. Einige Autofahrer umgehen die Kontrolle mit mit gefälscheten oder teilweise abgedeckten Kennzeichen. (red/APA)

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