"Wenn Petzner will, dann wird er auch Klubobmann"

21. Oktober 2008, 17:00
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BZÖ wählt heute neuen Klubobmann und bekundet Einigkeit hinter umstrittenem Chef - Scheibner wäre bereit, Petzner als stellvertretender Klubobmann zu unterstützen

Wien - Heute um 15 Uhr wird sich der Klub des BZÖ als erster der fünf Parlamentsklubs konstituieren - und der bisherige stellvertretende Klub- und Parteichef Herbert Scheibner versichert im Gespräch mit dem Standard: "Wenn Stefan Petzner will, dann wird er auch Klubobmann." Immerhin habe es eine gewisse Logik, dass der Chef einer Oppositionspartei im Parlament auch die Funktion des Klubchefs übernimmt.

Dies galt in den vergangenen Tagen durchaus nicht als selbstverständlich. Petzner hatte sehr emotional auf den Tod seines "Lebensmenschen" Jörg Haider reagiert - für viele Beobachter, aber auch für etliche Parteifreunde zu emotional. Er habe damit auch noch darauf hingewiesen, dass es in den letzten Lebensstunden des Kärntner Landeshauptmanns gewisse Ungereimtheiten gegeben hat.

Scheibner sieht das nicht so: "Es ist ungewöhnlich, dass jemand in der Politik so über Gefühle redet. Das ist auch eine Stärke, die uns unterscheidet von anderen Parteien." Außerdem sei jetzt die Zeit der Trauerarbeit vorbei, jetzt könne sich die Partei auf ihre Oppositionsrolle einrichten. Dass Petzner das schaffen kann, ist für Scheibner völlig klar: "Man wirft ihm vor, dass er noch sehr jung ist - aber das kenne ich seit Jahrzehnten: Auch die FPÖ ist belächelt worden, weil sie jungen Leuten eine Chance gegeben hat."

Immerhin stünde hinter Petzner ein erfahrenes Team. Scheibner selbst wäre bereit, Petzner auf Wunsch als stellvertretender Klubobmann zu unterstützen - den Klubvorsitz kann er als selbständiger Unternehmer ohnehin nicht übernehmen, weil es für Klubchefs ein Berufsverbot gibt.

Haubner winkt ab

Infrage käme auch Haiders Schwester Ursula Haubner, die aber dem Vernehmen nach schon abgewinkt hat. Der bisherige Klubchef Peter Westenthaler hat sich ebenfalls nicht mit Ansprüchen hervorgetan - er hat Petzner am 13.Oktober unterstützt, als es darum ging, einen neuen Parteichef zu wählen. Und die starke Kärntner Landesgruppe betont (wie die Niederösterreicher und die Tiroler), dass man geschlossen hinter Petzner stehe. "An unserem Beschluss ist nicht gerüttelt worden" , sagte Manfred Stromberger, BZÖ-Landes- und gleichzeitig Bundesgeschäftsführer am Dienstag der APA. Der burgenländische BZÖ-Obmann Jörg Steiner glaubt, dass Petzner "jetzt sicher jegliche Unterstützung aus den Ländern" habe. Es gebe aber "einige Möglichkeiten", die Klubführung zu besetzen. (cs, DER STANDARD, Printausgabe, 22.10.2008)

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    Heute Nachmittag wird entschieden, ob Stefan Petzner neuer Klubobmann des BZÖ wird.

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