Maklertest: Viele meldeten sich nicht

21. Oktober 2008, 12:43
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Der "Konsument" testete die heimischen Immobilienmakler und attestiert ihnen "großteils solide" Leistungen. 13 von 30 riefen aber gar nicht erst zurück

Wien - "Alles in allem meist gute bis sehr gute Leistungen" attestiert der Verein für Konsumenteninformation (VKI) den heimischen Immobilienmakler. Großes Manko: Von den 30 kontaktierten Maklern meldete sich nur knapp mehr als die Hälfte, nämlich 17.

Kein Interesse und weitere Mängel

"Jeweils 15 Makler wurden für den Test der Zeitschrift 'Konsument' bei der Suche nach einer Mietwohnung bzw. beim Verkauf einer Eigentumswohnung mit der Bitte um Unterstützung kontaktiert", berichtete der VKI in einer Aussendung. Jene 17, die die anonymen VKI-Auftraggeber zurückriefen, hätten schließlich "großteils solide" Leistungen erbracht. "Dennoch konnten bei der Suche nach einer Mietwohnung vier Makler keine Wohnung anbieten, die den Vorstellungen entsprach", heißt es in der Aussendung weiter.

Weitere Mängel wie das Fehlen ausreichender Hinweise auf etwaige Kosten und Steuern seien aufgetreten. "Wer auf der Suche nach einer Mietwohnung ist, wird möglicherweise über Informationskanäle wie etwa Zeitungen und Internet schneller fündig", rät Walter Hager, Projektleiter Finanzdienstleistungen, deshalb potenziellen Mietern.

"Seriös und freundlich"

Das Auftreten der Makler habe insgesamt seriös und freundlich gewirkt, auch die Schätzungen des Verkaufspreises der Eigentumswohnung seien relativ nahe beieinander gelegen. Zudem wurde jedes Mal über die Vermittlungsprovision, deren Höhe gesetzlich begrenzt ist, informiert.

"Beim Verkauf einer Wohnung kann durchaus auch über die Provision verhandelt werden", resümiert Hager. Nahezu die Hälfte der Makler sei unter die maximal erlaubten drei Prozent gegangen. Auf weitere Kosten und Steuern, die beim Kauf bzw. Verkauf anfallen können, etwa Notarkosten, Grunderwerb- oder Spekulationssteuer, wurde dagegen nicht immer ausreichend hingewiesen.

Alleinvermittlungsauftrag

Nahezu alle Makler schlugen für ihre Tätigkeit einen Alleinvermittlungsauftrag vor, mit der Begründung, dass dadurch deren Engagement erhöht werde. "Aus Konsumentensicht raten wir jedoch zur schlichten Vermittlungstätigkeit. Mit mehreren Maklern vergrößert sich das Angebot an Wohnungen bzw. Interessenten deutlich", empfiehlt Hager. "Auch die Alternative, einen Alleinvermittlungsauftrag abzuschließen und dabei schriftlich einen Wegfall der Maklerprovision im Falle des privaten Verkaufs festzulegen, bietet sich an." (red)

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