UNO revidiert Prognose für Bevölkerungswachstum nach unten

26. Februar 2003, 18:09
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2050 werden rund 8,9 Milliarden Menschen auf der Erde leben - wegen Aids und sinkender Geburtenraten 400 Millionen weniger als zuvor geschätzt

New York - Die Weltbevölkerung wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen in den kommenden fünf Jahrzehnten weniger stark wachsen als bisher angenommen. Die UN korrigierten ihre Schätzung für 2050 um 400 Millionen nach unten, hauptsächlich wegen der raschen Ausbreitung von Aids und sinkender Geburtenraten. Dem aktuellen Weltbevölkerungsbericht zufolge schätzen die Experten, dass im Jahr 2050 rund 8,9 Milliarden Menschen auf der Welt leben - gegenwärtig sind es 6,3 Milliarden.

Weniger Geburten, mehr Todesfälle

Es sei erstmals davon auszugehen, dass die Geburtenrate auch in den meisten Entwicklungsländern im Durchschnitt unter 2,1 Kinder pro Frau fallen werde, heißt es in dem am Mittwoch vorgelegten Bericht. Allein wegen der sinkenden Geburtenraten sei die Wachstumsprognose um 200 Millionen Menschen gesenkt worden. Die Reduzierung um weitere 200 Millionen geht auf den erwarteten Anstieg der Todesfälle - vor allem durch Aids - zurück.

Diese Vorhersagen träfen aber nur dann zu, wenn Frauen auch in Entwicklungsländern Möglichkeiten zur Empfängnisverhütung erhielten, erklären die UN-Experten. Bleibt es hingegen bei den derzeitigen Geburtenraten, so könnte sich die Weltbevölkerung bis 2050 auf 12,8 Milliarden Menschen verdoppeln. Auf der anderen Seite könnte die Zahl der Todesfälle durch Aids noch stärker steigen, wenn die derzeitigen Bemühungen, die Epidemie einzudämmen, scheitern. Allein in diesem Jahrzehnt rechnen die UN mit 46 Millionen Aids-Toten in den 53 am stärksten betroffenen Ländern. Bis 2050 werde diese Zahl voraussichtlich auf 278 Millionen Tote steigen.

Minus in Osteuropa

In den meisten Industrie- und Schwellenländern wird die Bevölkerung den Angaben zufolge nur wenig wachsen, in 33 Staaten sogar abnehmen. Die größten Bevölkerungsverluste werden für Osteuropa erwartet: In Bulgarien, Estland, Lettland, Georgien, Russland und der Ukraine werden die Einwohnerzahlen demnach um ein Drittel sinken oder sich sogar halbieren. Den Italienern sagen die UN eine Schrumpfung um ein Fünftel voraus.

Wegen der sinkenden Geburtenraten bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung wird der Anteil alter Menschen an der Weltbevölkerung weiter zunehmen. Weltweit werde sich die Zahl der über 60-Jährigen von 606 Millionen im Jahr 2000 bis 2050 auf nahezu 1,9 Milliarden verdreifachen, schreiben die Experten. (AP)

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