Verbund mit deutlich besserem Ergebnis

26. Februar 2003, 16:42
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Dividende wird erhöht

Wien - Die Österreichische Elektrizitätswirtschafts AG (Verbund) konnte 2002 das Ergebnis erneut verbessern und erhöht die Ausschüttung an die Aktionäre auf 1,40 Euro (1,25 Euro Dividende und 0,15 Euro Bonus), nach 1,25 Euro für 2001. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 4,5 Prozent auf 331,1 Mio. Euro, der Gewinn vor Steuern um 6,9 Prozent auf 207,9 Mio. Euro und das Konzernergebnis um 34,3 Prozent auf 154,9 Mio. Euro. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich auf 5,03 (3,74) Euro.

Chancen der Liberalisierung genutzt

Es sei gelungen, die Chancen der Liberalisierung zu nutzen, zudem habe man "etwas Glück" durch die hervorragende Wasserführung und die Erholung der Großhandelspreise gehabt, so Verbund-Vorstandssprecher Hans Haider am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz. Die Wasserführung lag um 11 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt, besonders gut war sie im ersten und vierten Quartal. In diesen beiden Quartalen können üblicherweise auch höhere Preise als im Sommer erzielt werden. Die Hochwasserschäden bezifferte Haider heute mit 14 Mio. Euro direkt und weiteren 6 Mio. Euro für Schäden bei Dritten.

Die Umsatzerlöse des Verbund stiegen 2002 um 23,0 Prozent auf 2,072 Mrd. Euro. Rund 53 Prozent der Erlöse wurden auf ausländischen Märkten erzielt. Steigerungen habe es in allen Kundensegmenten gegeben, so Verbund-Finanzvorstand Michael Pistauer. Die stärksten Zuwächse beim Stromvertrieb im Inland gab es bei den Geschäftskunden mit einem Plus von 38,4 Prozent auf 4.562 GWh. In diesem Segment habe der Verbund die EVN überholen können und liege nun knapp hinter Wienstrom. An die Landesgesellschaften als wichtigstem Abnehmerkreis konnten mit 21.996 GWh um 15,2 Prozent mehr verkauft werden. Erzielt werden konnte 2002 am Markt auch eine "Wasserkraftprämie", die sich laut Vorstand Johann Sereinig auf 6 Mio. Euro belief.

Ausblick

Beim Umsatz peilt der Verbund für heuer durch eine Ausweitung des Absatzes im In- und Ausland sowie höhere Netzerlöse aus der Umsetzung der neuen Ökostromregelung 2,200 Mrd. Euro an, nach 2,072 Mrd. Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) soll 2003 bei 300 Mio. Euro liegen, wobei ein Wasserkraft-Erzeugungskoeffizient von 1,00 zu Grunde gelegt wurde. 2002 lag diese Kennziffer bei 1,11.

Für heimische Stromlösung optimistisch

Bei der Österreichischen Stromlösung (ÖSL), der Kooperation von Verbund und EnergieAllianz zeigte sich Pistauer optmistisch, dass es gelingen werde, die EU-Kommission im Rahmen der vertieften Prüfung von den Fakten zu überzeugen. Die Bedenken der Brüsseler Wettbewerbshüter gingen dahin, dass es in einem geschlossenen Markt zu einer hohen Marktdominanz durch die ÖSL kommen könnte. Der vollliberalisierte österreichische Strommarkt habe einen hohen Marktöffnungsgrad, zudem gebe es eine Preiszone, die Österreich, Deutschland und die Schweiz umfasse.

Kapazitätsprobleme bei elektrischer Energie werde es in Österreich und Zentraleuropa in den nächsten acht bis zehn Jahren nicht geben, betonte Haider. Probleme gebe es aber beim Stromtransport von Norden nach Süden. Wichtig sei daher der Lückenschluss des 380 kV-Netzes. (APA)

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