Rumsfeld: Der Irak könnte verbotene Waffen im Ausland verstecken

26. Februar 2003, 10:31
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Nachdem die Inspektoren nicht fündig werden - Belege bleibt US-Verteidigungsminister schuldig

Washington - Der Irak könnte nach den Worten von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld versuchen, verbotene Waffen vor den UNO-Kontrolleuren im Ausland zu verstecken. "Es ist keine Frage, dass er (Iraks Präsident Saddam Hussein) einige Dinge hat, die von den Inspektoren nicht gefunden werden sollen, und es ist absolut möglich, dass er versuchen könnte, diese in ein anderes Land zu schaffen", sagte Rumsfeld am Dienstag in Washington. Belege für seine Einschätzung gab Rumsfeld nicht. Auch sagte er nicht, in welchen Ländern der Irak nach seiner Ansicht Waffen verstecken könnte. Er verwies allerdings auf den Golf-Krieg 1991, als der Irak Kampfjets zum Schutz vor US-Angriffen ins Nachbarland Iran brachte.

Rumsfeld befürchtet Einsatz von unbemannten Sprühflugzeugen

Die USA werfen dem Irak vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und drohen dem Land mit Krieg, sollte es die Abrüstungsauflagen der Vereinten Nationen nicht erfüllen. Rumsfeld bezifferte die konventionelle Schlagkraft des irakischen Militärs um mehr als die Hälfte geringer als vor dem Krieg von 1991. Allerdings besitze der Irak chemische und biologische Waffen, die nach seiner Ansicht wahrscheinlich heute tödlicher und gefährlicher seien, als damals, sagte Rumsfeld. So befürchte er, der Irak könne möglicherweise unbemannte Sprühflugzeuge aus der Landwirtschaft nutzen, um C- und B-Waffen einzusetzen.

Schätzungen: Irak hat rund 400.000 Soldaten

Nach der jüngsten Schätzung des Center for Strategic und International Studies hat das irakische Militär derzeit 389.000 Soldaten unter Waffen, im Gegensatz zu noch rund einer Million Soldaten 1991. Die Zahl der Kampfpanzer beläuft sich demnach auf bis zu 2.600 nach noch bis zu 6.700 vor zwölf Jahren. Und auch die Zahl der Kampfflugzeuge des irakischen Militärs sei von 500 auf 300 gesunken. Die USA und Großbritannien haben rund 200.000 Soldaten sowie zahlreiche Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe in der Region um den Irak für einen Angriff zusammengezogen.(APA/Reuters)

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    Donald Rumsfeld

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