Italien: Regierung will gegen Aktionen von Irak-Pazifisten vorgehen

25. Februar 2003, 14:58
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Kriegsgegner rufen zu Mobilisierung entlang des italienischen Bahnnetzes auf, um amerikanische Transporte zu behindern

Rom - Die italienische Regierung hat mit einem entschiedenen Eingreifen gegen Pazifisten gedroht, die mit Protestaktionen amerikanische Truppentransporte stoppen bzw. behindern wollen. Innenminister Giuseppe Piano bezeichnete den Boykott der Kriegsgegner, die seit Samstag immer wieder Züge mit Kriegsmaterial aufhalten, als "illegal" und drohte mit Klagen gegen die Pazifisten. "Bisher konnten wir Probleme für die öffentliche Sicherheit vermeiden, wir werden auf diesem Weg mit Vorbeugungsaktionen beharren. Wenn notwendig, werden wir auch mit einem gerechten, repressiven Einschreiten weitere Aktionen verhindern", sagte Pisanu.

In den nächsten Tagen sollen mehrere Zügen mit Kriegsmaterial von der venetischen Stadt Vicenza nach Camp Darby bei Pisa (Toskana) fahren. Am Wochenende hatten die Pazifisten mehrere Züge aufgehalten. Der Sprecher der No-Global-Bewegung "Disobbedienti" (Die Ungehorsamen), Luca Casarini, der den Boykott koordiniert, rief am Mittwoch zu massiven Protestaktionen entlang des norditalienischen Bahnnetzes auf. "Wir wollen ein 'sit in' entlang der Bahnlinie organisieren, um klar zu machen, dass wir jegliche Vorbereitung eines Irak-Kriegs boykottieren", sagte Casarini. "Stoppt die Züge des Todes!", lautet dabei das Motto der "Disobbedienti".

Streiks in den Häfen

Geplant sind auch Streikaktionen in den italienischen Häfen, um die Ladung des Materials auf US-Schiffe zu verhindern. "Die italienischen Häfen dürfen nicht zum strategischen Stützpunkt für einen unmoralischen und illegitimen Krieg gegen den Irak werden. Die Arbeitnehmer in den Häfen werden mit Streiks die Ladung von Kriegsmaterial boykottieren", sagte ein Gewerkschaftssprecher.

Mitglieder der Mitte-Rechts-Koalition beschuldigten die Pazifisten, mit ihren Protestaktionen auch den Personenverkehr schwer zu behindern. "In diesem NATO-Land wird ständig Militärmaterial von einem Stützpunkt zum anderen transportiert. Ich wundere mich über diese Demonstrationen, die den Bahnpassagieren schaden", sagte Verkehrsminister Pietro Lunardi. (APA)

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    Die italienische Polizei "entfernt" Antikriegs-Demonstranten

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