Kartellwächter rechnet mit abgespeckter Austro-Stromlösung

25. Februar 2003, 14:34
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Walter Barfuß geht von einer grundsätzlichen Genehmigung durch die Brüsseler Behörden aus - Mit Auflagen ist jedoch zu rechnen

Wien - Die Österreichische Stromlösung (ÖSL) - die Kooperation von Verbund und EnergieAllianz (EVN, Wiener Stadtwerke, Energie AG Oberöstereich, Linz AG und Bewag) - wird nach Ansicht von Österreichs oberstem Kartellwächter Walter Barfuß in einer abgespeckten Variante kommen. Es sei zu erwarten, dass die derzeit laufende vertiefte Prüfung durch die EU-Wettbewerbsbehörde zwar eine grundsätzliche Genehmigung der Austro-Stromlösung bringen wird, allerdings mit Auflagen.

Er gehe davon aus, dass das Projekt nicht untersagt werde, es dürfte aber zu sehr kräftigen Reduzierungen oder "Baumschnitten" kommen, so Barfuß am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich der Präsentation des Jahresberichtes 2002 der Regulierungsbehörde E-Control. In Brüssel werde nun kräftig interveniert, große europäische Player hätten nicht unbedingt Freude daran, dass sich in Österreich etwas zusammenballe. Die große Kunst bestehe nun darin, dass durch die Auflagen eine Lösung gefunden werde, die für alle erträglich sei.

Die österreichische Kartellbehörde und die E-Control seien in die Beratungen einbezogen und als österreichische Institutionen sehr daran interessiert, dass die nationalen Befindlichkeiten nicht unter die Räder kämen. Die heimische Wettbewerbsbehörde und die E-Control seien "aus lauter Freude, dass sie die heiße Kartoffel nicht in der Hand halten", jedenfalls nicht untätig. Man habe jedenfalls dargelegt, dass es europäischen Wettbewerb nur dann gebe, wenn der Wettbewerb in Österreich sichergestellt sei. Bei den Brüsseler Wettbewerbshütern seien die Probleme der nicht in die ÖSL eingebunden Unternehmen wie etwa der Kärntner Kelag oder der Salzburg AG sehr wohl bekannt und würden auch berücksichtigt. (APA)

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