Deutsche Regierung über mobile Giftlabore im Irak informiert

24. Februar 2003, 13:28
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Irak: Werden uns bald wegen El-Samud-2-Raketen entscheiden

Bagdad/Berlin - Der Irak hat eine baldige Antwort auf die Forderung nach Zerstörung seiner El-Samud-2-Raketen angekündigt. "Wir werden uns recht bald entscheiden", sagte der irakische Verbindungsoffizier zu den UNO-Waffeninspektoren, General Amir el Saadi in Bagdad. Die Angelegenheit werde sorgfältig geprüft.

UNO-Inspektor Hans Blix fordert von Irak die Zerstörung der Raketen, weil ihre Reichweite entgegen einer UNO-Auflage von 1991 größer als 150 Kilometer sei. Die Zerstörung müsse spätestens am 1. März beginnen, schrieb Blix in der vergangenen Woche in einem Brief an den Irak. Der Streit gilt als Testfall für die Kooperationsbereitschaft des Irak. Die USA und Großbritannien haben dem Irak mit einem Militärschlag gedroht, sollte das Land die Abrüstungsauflagen der Vereinten Nationen (UNO) nicht erfüllen.

Die deutsche Bundesregierung verfügt nach Angaben aus deutschen Sicherheitskreisen bereits seit November 2002 über Hinweise des Bundesnachrichtendienstes (BND) auf mobile Biowaffen-Labore in Irak. Der BND habe die Regierung über Erkenntnisse informiert, wonach die irakische Regierung schon seit geraumer Zeit mobile Gift-Labore bauen lasse, erfuhr Reuters am Montag aus den Kreisen. Dafür könnten nach Ansicht des BND auch in Deutschland gekaufte Bauteile verwendet worden sein. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte bereits am Wochenende über BND-Hinweise an die Regierung berichtet. Der Bundesnachrichtendienst lehnte am Montag eine Stellungnahme ab. (APA/Reuters)

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