Baugewerbe fordert Konjunkturpaket, um thermische Sanierung anzukurbeln

16. Oktober 2008, 16:34
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Nur jeder fünfte Eigenheimbesitzer plant zu investieren, ohne ausreichende Sanierungsförderung nur jeder zehnte

Wien - Das heimische Baugewerbe schlägt Alarm. Laut einer Umfrage im Auftrag der Bundesinnung Bau plant nur jeder fünfte der 2,1 Millionen Eigenheimbesitzer in den nächsten drei bis fünf Jahren in die thermische Gebäudesanierung zu investieren. Ohne eine entsprechende Förderung wäre dazu sogar nur jeder zehnte private Haus- oder Wohnungsbesitzer bereit.

Für 25 Prozent der Befragten ist ein Förderungsumfang von mindestens einem Drittel der Gesamtkosten unabdingbar, um eine thermische Sanierung in Betracht zu ziehen. Etwa jeder fünfte Eigenheimbesitzer (21 Prozent) bezeichnet die Verbesserung der Energieeffizienz hingegen als "unwichtig" und würde eine solche auch bei ausreichender Förderung nicht beauftragen.

Konjunkturabschwung bremst zusätzlich

Für den neuen Bundesinnungsmeister der Baugewerbe, Hans-Werner Frömmel, ist angesichts des Umfrageergebnisses und der negativen Konjunkturaussichten Gefahr in Verzug. Frömmel ist überzeugt, dass die Umfrage unter dem aktuellen Eindruck der Wirtschaftsaussichten noch schlechter ausgefallen wäre. "Wir befürchten, dass sich neben dem Mangel an Förderanreizen nun auch der Konjunkturabschwung auf die notwendige Sanierungsbereitschaft bremsend auswirkt!" Die Bauinnung drängt daher auf eine rasche Regierungsbildung und ein Sofortpaket, das attraktive Anreize zur Finanzierung der thermischen Sanierung und für energieeffizientes Bauen enthält und damit auch zur Stabilisierung der Baukonjunktur beiträgt.

Vorrangig sei, so Frömmel, die wiederholt geforderte Anhebung des Förderungsvolumens für die thermische Gebäudesanierung um jährlich 1 Mrd. Euro. Um jedoch den dringend notwendigen Neubau weiterhin finanzieren zu können, sollten die Wohnbauförderungsmittel möglichst unangetastet bleiben und die zweckfremde Verwendung unterbleiben. (red)

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