Italien: Berlusconi will bei der Bildung sparen

9. Oktober 2008, 15:54
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Italiens Regierung plant 132.000 Stellen im Schulwesen zu streichen - Für den 30. Oktober ruft die Gewerkschaft deshalb zum Streik auf

Rom  - Die italienischen Gewerkschaften haben für den 30. Oktober einen Generalstreik gegen die verabschiedete Schulreform der Regierung Berlusconi ausgerufen. 87.000 Lehrerstellen und 44.500 Jobs im administrativen Schulbereich sollen in drei Jahren gestrichen werden, was dem Staat Einsparungen im Wert von sieben Prozent der jährlichen Ausgaben für die Schulen bescheren wird. Auch die Universitäten sind in Aufruhr wegen der von der Regierung beschlossenen Kürzungen.

Im Zuge des Sparprogramms sollen etwa Klassen zusammengelegt werden. Bis zu 30 Schüler werden pro Klasse in Volks- und Mittelschulen zugelassen, geht aus dem Plan von Unterrichtsministerin Maria Stella Gelmini hervor. Schulen mit zu wenigen Klassen sollen überhaupt geschlossen oder mit anderen fusioniert werden, was zu erheblichen Einsparungen führen soll. 2.600 Schulen mit weniger als 500 Schülern sollen aufgelöst oder mit anderen zusammengelegt werden.

Fleiß wieder in den Vordergrund stellen

"Das Problem der Schule ist, dass sie immer weniger erzieht und immer mehr zu einem Ort geworden ist, in dem man auch ohne viel zu tun ein Gehalt bezieht. Man muss wieder Fleiß und Qualität in den Vordergrund stellen, dafür muss man jedoch unnötige Ausgaben kürzen", so Unterrichtsministerin Gelmini.

Der Beschluss der Ministerin, die Zahl der Unterrichtsstunden und der Langzeitklassen zu reduzieren, macht vielen Familien zu schaffen, vor allem, wenn beide Eltern ganztags arbeiten. Lehrer und Eltern planen in mehreren italienischen Städten eine Unterschriftensammlung gegen die Reform. Proteste gegen die Reform fanden bereits in mehreren italienischen Städten statt. (APA)

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    Eltern und Lehrer planen Aktionen gegen Berlusconis Reformideen.

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