Personal Tools: Fotos als Reisetagebuch

9. Oktober 2008, 09:39
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Wider das Vergessen: Datumsstempel und Geotagging für die Erinnerung und die Ewigkeit

Bilder sind, mehr als alle anderen Medien, das Gedächtnis unseres Lebens geworden. Mit den Jahren gibt es jedoch häufig dieses Problem: Wann und wo wurde bloß dieses Foto gemacht? Gegen das Vergessen der Zeit haben Kameras schon längst den "Datumsstempel" erfunden. Jedes digitales Bild wird automatisch mit genauer Zeitangabe versehen, jetzt muss nur noch das Datum und die Uhrzeit auf der Kamera stimmen.

"Geotagging"

Für die genaue Ortsangabe gibt es hingegen erst seit relativ kurzer Zeit "Geotagging", worüber wir schon wiederholt berichtet haben. Diese Gedächtnisstütze eröffnet auch, dank Web 2.0, ganz neue Möglichkeiten mit Bildern umzugehen: Etwa Fotoalben entlang Reiserouten zusammenstellen, oder auf Karten nachschauen, wie es an einem Orten aussieht. Hier haben erstmals Handykameras die Nase vorn, weil sie zunehmend auch mit Navigationsfunktionen ausgestattet werden (GPS). Diese liefern automatisch das Geotag zum Bild, wenn es GPS-Empfang gibt.

GPS in Kameras

Nokia integriert dies beispielsweise in seine Sports-Tracker- Software: Alle Bilder, die auf der Strecke geknipst werden, werden automatisch auf eine Landkarte gestellt. Richtige" Kameras müssen hier noch Boden wettmachen. Die auf NetBusiness bereits vorgestellte Nikon Coolpix P6000 gehört zu den ersten Kompaktkameras, die mit GPS aufwartet. Und für Spiegelreflexkameras gibt es meist auch GPS-Zubehör, um Geodaten zu den Bildern zu liefern. Aber vom Massenmarkt ist diese Entwicklung noch ein, zwei Jahre entfernt. Wer jedoch Gefallen an der Sache hat und vor etwas Bastelarbeit nicht zurückschreckt, der kann Fotos frisch aus der Kamera oder aus dem Archiv auch ohne GPS-Kamera mit Geodaten ausstatten. Das technische Geheimnis von Geotags sind die zur Fotodatei hinzugefügten Längen- und Breitengrade, mit denen das Bild wiederum auf der Karte zugeordnet werden kann.

Mit oder ohne PC

Um unabhängig von der Kamera zu diesen Koordinaten zu kommen, braucht man die Logdatei eines mitgeführten GPS-Geräts, das die eigene Route aufzeichnet. Am Computer findet dann der Abgleich statt: Zur jeweiligen Uhrzeit der Aufnahme werden die GPS-Daten dieser Uhrzeit hinzugefügt. Ohne PC erledigt das Tagging der ATP Fotofinder, ein GPS-Tracker, der die bei Kameras gängigen SD-Speicherkarten wie ein Kartenleser direkt aufnimmt. Der Amod AGL 3080 GPS Fototracker taggt hingegen mittels Software am PC oder Mac (je rund 80 Euro). Von Sony gibt es das GPS-SC1 (rund 110 Euro); und auch Geräte wie das (nebenan getestete) Garmin-Outdoor-Navi liefern Logdateien, die mithilfe von Software mit Bildern zusammengeführt werden. RoboGEO (Windows, 40 US-Dollar, www.robogeo.com) erledigt nicht nur das Tagging, sondern kann die Fotos auch auf Websites wie Flickr oder Google Maps hochladen.

Gratis, aber gut

Einfacher gestrickt, dafür gratis ist Geosetter (für Windows). Für den Mac gibt es die Gratissoftware Geotagger, oder in Zusammenarbeit mit iPhoto (dem Fotoarchiv für Macs) Geophoto. Wer sich die Arbeit mit GPS-Tracker nicht antun will, der kann sich die GPS-Daten eines Fotos auch "händisch" von Google Earth oder Maps oder Windows Live Earth holen (auch Flickr bietet diese Funktion) und kann sie den Bildern mit Software hinzufügen. Eher für kleine Bildmengen praktikabel - aber der einfachste Weg, in die Welt der Geotags zu schnuppern.(Helmut Spudich, DER STANDARD, Printausgabe vom 9.10.2008)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Dank Datumsstempel weiß man wann ein Foto gemacht wurde, Geotagging soll uns nun darin erinnern, wo wir es gemacht haben.

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