Schauspieler Hans Richter ist tot

5. Oktober 2008, 17:54
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Gründer der Heppenheimer Theater-Festspiele und Kinderstar des deutschen Films ist mit 89 Jahren "friedlich eingeschlafen"

Heppenheim/Seligenstadt - Hans Richter, bekannt aus rund 80 Filmen und Gründer der Heppenheimer Theater-Festspiele, ist tot. Der Schauspieler entschlief am Sonntag im Alter von 89 Jahren friedlich in einem Altenpflegeheim in Heppenheim, wie ein Festspiel-Sprecher im südhessischen Seligenstadt mitteilte.

Der am 12. Jänner 1919 in Nowawes bei Berlin geborene Richter war vor dem Zweiten Weltkrieg als "Lausejunge" ein Kinderstar des deutschen Films. Im Alter von zwölf Jahren erhielt er 1931 seine erste Rolle in Erich Kästners "Emil und die Detektive". Nach der Matura nahm er Schauspielunterricht bei Albert Florath. An der Seite von Heinz Rühmann spielte er 1944 im Klassiker "Die Feuerzangenbowle" die Rolle des Schülers Rosen.

"Grün ist die Heide" (1951)

Nach der Heimkehr aus Kriegsgefangenschaft setzte Richter seine Karriere als Komiker fort. Er war meist in Nebenrollen von vielen Lustspielen und Heimatfilmen wie "Nichts als Zufälle" (1948), "Schwarzwaldmädel" (1950), "Grün ist die Heide" (1951) oder "Der Vetter aus Dingsda" (1954) zu sehen. 1955 folgte sein Debüt als Filmregisseur in "Vatertag". Danach wandte er sich immer mehr der Bühne zu.

In Hamburg war er von 1958 bis 1960 unter der Leitung von Gustaf Gründgens Mitglied des Deutschen Schauspielhauses und übernahm dort ernste Rollen. Ab 1960 gehörte er unter Intendant Harry Buckwitz dem Ensemble des Schauspiels in Frankfurt an. 1974 gründete er die Heppenheimer Festspiele, die er mit dem "Jedermann" eröffnete. In Fernsehen war er später gelegentlich zu sehen, zum Beispiel in der ARD-Serie "Karl, der Gerechte" an der Seite von Fritz Muliar.

Richter erhielt 1971 und 1989 für sein Schaffen das "Filmband in Gold" und 1983 auch das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Sein Sohn Thomas hat inzwischen die Führung der Heppenheimer Festspiele übernommen. (APA/dpa)

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