M-real will Teil der Papierproduktion in Hallein einstellen

29. September 2008, 16:24
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Der Konzern verkauft den Bereich der Graphischen Papiere für 750 Millionen Euro an die südafrikanische Sappi Limited, Mitarbeiterabbau in Hallein ist nicht geplant

Nach dem Verkauf der Feinpapiersparte an die südafrikanische Sappi Limited wird sich der finnische Papierkonzern M-real auf die Sparten Consumer Packaging und Büropapiere konzentrieren, wobei sich insbesondere der Bereich Consumer Packaging sehr gut entwickelt. "Die Kunden wechseln von Kunststoffverpackungen zu Karton", sagte Unternehmenssprecherin Anna-Mari Achren.

"M-real wird ein rentableres und fokussierteres Karton- und Papierunternehmen, mit einem Schwergewicht auf qualitativ hochwertigen Verpackungskartons", so M-real CEO Mikko Helander. Bei Karton, so Helander, seien die Preise gestiegen, die Rentabilität sei aber noch nicht zufriedenstellend. "Es gibt noch deutlichen Bedarf für Preiserhöhungen."

Produktion von Feinpapier wird eingestellt

Sappi übernimmt von M-real zwei Fabriken in Finnland,  je eine Deutschland und der Schweiz. Das Werk in Hallein bleibt im Besitz von M-real, die Produktion von Feinpapier soll jedoch eingestellt werden. Einen Zeitpunkt für die Einstellung wollte Helander im Webcast mit Analysten nicht nennen. "Wir suchen Partner, die bereit sind, in den Papierfabriken nicht konkurrierende Produkte herzustellen", sagte Helander, ohne auf Einzelheiten einzugehen.

Ziel sei es, Arbeitsplätze zu erhalten. Helander betonte aber, dass M-real auch in Zukunft weitere Kostensenkungsprogramme durchführen müsse.

Überlegungen, die Produktion von gestrichenen Feinpapieren am Standort Hallein aufzulassen, gebe es schon seit längerem, erklärte Jörg Harbring, Geschäftsführer von M-real Hallein, am Montagnachmittag bei einem Pressegespräch. Durch den Verkauf des Geschäftsbereiches Grafische Papiere sei lediglich der Zeitdruck für die Suche nach profitableren Produktionsmöglichkeiten größer geworden, sagte Harbring. Mitarbeiterabbau werde es keinen geben, hieß es.

"Wir können mit unseren alten Anlagen im Massenmarkt der gestrichenen Feinpapiere künftig nicht mehr reüssieren", begründete der Manager die intensive Suche nach neuen Papiersorten, die in Hallein wirtschaftlich hergestellt werden können. In Europa gebe es bei Feinpapieren eine Überkapazität von einer Million Tonnen pro Jahr, der Kostendruck sei enorm. Der Mutterkonzern M-real werde sich in Hinkunft auf die Produktion von Karton und das restliche Papiergeschäft konzentrieren. Die grafischen Feinpapiere wären in den vergangenen Jahren ein Verlustbringer gewesen.

Nischensuche

Man suche derzeit intensiv nach Nischen, um das Werk in Hallein zukunftsfähig zu machen, sagte Harbring. Ein entsprechendes Konzept werde voraussichtlich bis Jahresende vorliegen. Welche Papiere künftig am traditionsreichen Standort an der Salzach hergestellt werden sollen, wollte der Geschäftsführer nicht verraten: "Es gibt viele Segmente, wo es nicht solche Überkapazitäten gibt." Für die Neustrukturierung der Produktion werde es auch Gespräche mit internen und externen Partnern geben.

Ziel sei es, sowohl die Zellstoff- als auch die Papierfabrik weiterzuführen und bis Jahresende eine tragfähige Lösung vorzustellen, sagte Harbring. Er betonte, dass es keinen Mitarbeiterabbau geben werde: "Niemand muss Angst haben." Die Produktion von gestrichenen Feinpapieren werde in den kommenden Monaten noch fortgeführt.

Derzeit beschäftigt das Werk rund 700 Mitarbeiter, der Großteil davon in der Papierproduktion und -ausrüstung. Im vergangenen Jahr hat der Standort rund 150.000 Tonnen Zellstoff sowie 287.000 Tonnen Papier hergestellt. M-real Hallein setzte damit 228 Mio. Euro um. (APA)

 

 

 

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