Ribery will die Bayern rausreißen

29. September 2008, 13:51
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Klinsmann als Krisen-Manager vor Spiel ge­gen Olympique Lyon - ManU in Aalborg gefordert - Alex Manninger in Weiß­russland im Juve-Tor

München - Beim FC Bayern muss sich Jürgen Klinsmann als Krisen-Manager beweisen. Nach seinem missglückten Rotations-Aktionismus gegen Hannover will der Trainer am Dienstag im Champions-League-Heimspiel gegen Olympique Lyon verhindern, dass der Bundesliga-Frust beim deutschen Fußball-Meister auf die Champions League übergreift. Auch Titelverteidiger Manchester United ist beim Gastspiel in Aalborg gefordert, Alexander Manninger steht auswärts gegen den weißrussischen Eliteliga-Neuling BATE Borisow im Juventus-Tor.

Ende der Stolperstart-Phase?

In München halten die Bayern-Bosse noch schützend die Hand über Klinsmann, verteidigten insbesondere die wilden Personal-Rochaden des Coaches. "Die Kritik an der Rotations-Taktik von Jürgen Klinsmann finde ich nicht berechtigt", meinte Präsident Franz Beckenbauer. Der "Kaiser" übermittelte am Montag aber auch eine klare Erwartung an den ehemaligen DFB-Teamchef: "Ich hoffe, dass gegen Lyon die Stolperstart-Phase endet. Zu oft sollte Bayern jetzt nicht mehr verlieren."

Zwei Wochen ist es erst her, dass die Bayern-Welt rund um den Reformer Klinsmann nach dem 1:0-CL-Auftakterfolg bei Steaua Bukarest in bester Ordnung schien. Prompt folgte das 2:5-Debakel gegen Werder Bremen - seitdem gibt es empfindliche Störungen im Betriebssystem. Klinsmann wird reagieren, auch personell: Die gegen Hannover geschonten Ze Roberto, Lucio und Bastian Schweinsteiger dürften in die Startelf zurückkehren, in die auch Franck Ribery drängt. Nach zwei Einsätzen als Einwechselspieler setzte der französische Wirbelwind entschlossen zu einem Alleingang an. "Ich fühle mich gut. Am Dienstag spiele ich von Anfang an", verkündete der 25-Jährige.

Ribery brennt auf Einsatz

Der Star fordert vom Trainer seine Aufstellung, denn Ribery brennt auf sein Champions-League-Debüt, zumal in seiner Heimat "alle Augen auf mich gerichtet sein werden", wie er anmerkte. "Gegen Lyon würde ich sogar mit einem gebrochenen Bein auflaufen", zitierte ihn die französische Sport-Tageszeitung "L'Equipe". Mit Olympique-Star Karim Benzema hat er SMS ausgetauscht und seinem Nationalelf-Kollegen darin forsch mitgeteilt, "dass sie ohne Punkte nach Hause reisen werden".

Mit einem Sechs-Punkte-Start in der Königsklasse könnte Klinsmann seinen Kredit im Verein und bei den Fans verbessern. Allerdings wird das nicht einfach: Gegen Lyon gelang den Bayern in vier Vergleichen erst ein Sieg, und Frankreichs Serienmeister reiste als souveräner Tabellenführer der heimischen Liga selbstbewusst nach München.

"Wir sind bereit für Bayern"

"Wir sind bereit für Bayern", tönte der Brasilianer Fred, der mit dem leicht angeschlagenen Benzema das Angriffsduo bildet. Auch Kapitän und Scharfschütze Juninho soll nach einer Leistenzerrung wieder einlaufen. Nach dem 2:2 zum Auftakt gegen Fiorentina will Lyon unbedingt nachlegen: "Unser Ziel ist mindestens ein Punkt, am besten aber drei", verkündete Benzema, dessen Club die jüngsten vier CL-Auftritte in Deutschland, darunter auch einmal gegen die Bayern, gewonnen hat.

Im Parallelspiel der Gruppe F gilt Fiorentina vor eigenem Publikum gegen Steaua als klarer Favorit, sind die Italiener doch seit sieben Europacup-Partien ungeschlagen, während die Rumänen seit zwölf Champions-League-Spielen auf einen Sieg warten.

Manchester hofft au Cristiano Ronaldo

Im Gegensatz dazu beendete Manchester United die vergangenen 14 Auftritten in der Königsklasse ohne Niederlage, allerdings hat sich der Titelverteidiger zum Auftakt mit dem 0:0 vor eigenem Publikum gegen Villarreal nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die Hoffnungen der "Red Devils" beim Auswärtsspiel in Aalborg ruhen nun auf dem wiedergenesenen Cristiano Ronaldo, der in den jüngsten zwei Partien getroffen hat.

Villarreal hingegen wartet vor dem Heimspiel in Gruppe E gegen Celtic Glasgow schon seit drei Champions-League-Spielen auf einen Torerfolg, darf aber auf die Auswärtsschwäche der Schotten hoffen. In 17 Auswärts-Partien im wichtigsten europäischen Club-Bewerb reichte es für Celtic gerade einmal zu einem Punkt.

Manninger im Kasten

In Pool H darf Manninger noch einmal für den verletzten Gianluigi Buffon einspringen und auswärts gegen BATE Borisow das Juventus-Tor hüten. Die Turiner weisen vor dem Gastspiel in Weißrussland eine triste CL-Auswärtsbilanz auf, denn fünf der jüngsten sieben Partien in der Fremde wurden verloren. Im zweiten Gruppen-Match könnte Real Madrid mit einem Auswärtserfolg gegen den regierenden UEFA-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg als erste Mannschaft den 75. Champions-League-Sieg feiern - diese Chance hat aber auch ManU in Aalborg.

Im Schlager der Gruppe G haben die seit 22 Europacup-Heimspielen ungeschlagenen "Gunners" von Arsenal gegen den FC Porto im Emirates Stadium die Favoritenrolle inne, zumal die Portugiesen in ihren jüngsten elf Auftritten in England bei zehn Niederlagen nur ein Remis erreichten. Daran ändert auch die Heimschlappe der Londoner am Samstag gegen Hull nichts. "Wir müssen den mentalen und psychologischen Schaden reparieren", forderte Trainer Arsene Wenger. "Ich bin sicher, dass wir gut reagieren, weil die Enttäuschung so tief sitzt." Fenerbahce will im Parallelspiel mit einem Heimsieg gegen das seit 14 CL-Partien sieglose Dynamo Kiew die ersten Punkte einfahren.(APA/dpa/Reuters)

 

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    Frank Ribery will helfend eingreifen.

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