Bayernwahl: Höhere Beteiligung als 2003

28. September 2008, 17:04
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9,3 Millionen Wahlberechtigte entscheiden über Fortsetzung oder Ende der CSU-Alleinregierung Günther Becksteins - Erste Hochrechnungen um 18 Uhr

München - Die mit Spannung erwartete Landtagswahl in Bayern hat bis zum späten Sonntagnachmittag offenbar doch mehr Menschen an die Urnen gelockt als 2003. In den drei großen Städten München, Nürnberg und Augsburg gaben bis 16.00 Uhr mit 47,6, 45,1 und 37,9 Prozent der Wahlberechtigten jeweils erkennbar mehr Wähler ihre Stimme ab als bei der letzten Landtagswahl, als es zu diesem Zeitpunkt 46,5, 43,7 und 37,1 Prozent gewesen waren. Begonnen hatte die Wahl am Vormittag noch mit einer deutlich niedrigeren Wahlbeteiligung als beim letzten Mal. Erste Hochrechnungen werden für 18 Uhr erwartet.

Vor fünf Jahren hatte CSU-Chef und Ministerpräsident Edmund Stoiber mit 60,7 Prozent noch ein Traumergebnis geholt. Die SPD war bei 19,6 Prozent gelandet, die Grünen hatten 7,7 Prozent erhalten.

CSU-Chef Erwin Huber pochte bei der Stimmabgabe im niederbayerischen Reisbach noch einmal auf das Wahlziel "50 Prozent plus X". Sollte die CSU das Ziel verfehlen, werde man zwar in der Sache diskutieren. "Aber ich sehe nicht einen Ansatz für Personaldiskussionen, und es gibt auch gar keine Grund dafür", sagte Huber.

Auch Ministerpräsident Günther Beckstein gab sich in Nürnberg optimistisch, dass die CSU "einen klaren Regierungsauftrag bekommt" und bekräftigte das Ziel, über die 50-Prozent-Marke zu kommen.

Die letzten Umfragen wenige Tage vor der Wahl sahen die CSU allerdings mehrheitlich bei 45 bis 49 Prozent. Sie bliebe damit zwar mit Abstand stärkste Kraft vor der SPD mit 20 bis 25 Prozent. Sollte aber die Linkspartei neben FDP und Freien Wählern als sechste Partei ins Maximilianeum einziehen, könnte die CSU auf einen Koalitionspartner angewiesen sein.

Auf ein deutlich besseres Ergebnis hofft SPD-Spitzenkandidat Franz Maget. Er räumte ein, dass es im Wahlkampf "einige Patzer" gegeben habe. "Die hessische Begleitmusik war für mich nicht einfach", sagte er in München. In Hessen strebt SPD-Chefin Andrea Ypsilanti eine rot-grüne Koalition unter Tolerierung durch die Linkspartei an und hat damit heftige Diskussionen ausgelöst. Die bayerische SPD stand in Umfragen zuletzt bei 20 bis 25 Prozent.

Wie die knapp 9,3 Millionen Wahlberechtigten abgestimmt haben, zeigen erste Hochrechnungen kurz nach Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr. Um die 180 Sitze im Landtag bewerben sich mehr als 1.700 Kandidaten aus 14 Parteien. (Reuters/APA/AP)

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    Wähler in bayrischer Tracht waren für die Fotografen der internationalen Agenturen ein beliebtes Motiv.

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